Außenhandel

Iran und die deutsche Wirtschaft: 4 wichtigste Antworten

Der Ausstieg der USA aus dem Abkommen mit dem Iran ist auch ein Rückschlag für Exporteure beim wichtigsten Handelspartner Österreichs. Hier die wichtigsten 4 Antworten zur gegenwärtigen Situation.

US-Präsident Donald Trump hat den Austritt seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran erklärt. Das ist auch ein Rückschlag für die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen. Nachfolgend ein Überblick, wie wichtig der Iran für den wichtigsten Handelspartner Österreichs ist:

(1) UNTERNEHMEN

Derzeit sind etwa 120 deutsche Firmen mit eigenem Personal im Iran tätig, darunter auch Großkonzerne wie Siemens. Etwa 10.000 deutsche Unternehmen treiben Handel mit dem Iran, der größte Teil davon mit eigenen Vertretern oder Distributoren. Zu iranischen Firmen mit deutscher Beteiligung liegen keine genauen Zahlen vor, da diese nicht erfasst werden.

(2) EXPORTE

Die deutschen Warenexporte in den Iran sind 2017 überdurchschnittlich stark gestiegen, allerdings auf niedrigem Niveau. Sie erhöhten sich im vergangenen Jahr um rund 400 Mio. Euro auf rund drei Mrd. Euro. Das entspricht gerade einmal gut 0,2 Prozent der deutschen Gesamtexporte. Noch Mitte des vergangenen Jahrzehnts lieferte die deutsche Wirtschaft Waren für rund fünf Mrd. Euro in den Iran. Deutschland zählt zu den wichtigsten europäischen Handelspartnern Irans. Gefragt sind dort vor allem Maschinen, Lebensmittel und pharmazeutische Produkte.

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(3) IMPORTE

Die deutschen Einfuhren aus dem Iran summierten sich im vergangenen Jahr auf gut 400 Mio. Euro. Das entspricht gerade einmal 0,04 Prozent der gesamten deutschen Importe. Deutschland kauft nicht nur Trockenfrüchte und Pistazien, sondern auch industrielle Vorprodukte im Iran ein, etwa für die Autoindustrie.

(4) PROBLEME

Gebremst werden die Wirtschaftsbeziehungen durch die nach wie vor schwierige Finanzierung. Große Banken waren schon vor der Aufkündigung des Atomabkommens durch Trump nicht bereit, das Iran-Geschäft anzufassen - vor allem aus Sorge vor möglichen US-Strafen. Den Handelskammern zufolge gibt es viele Projektanfragen, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien, die im Iran derzeit stark gefördert werden, aber an der fehlenden Finanzierung scheitern. Zur Zeit der internationalen Sanktionen gegen den Iran litten die dortigen Banken unter der schwachen Konjunktur und der Einmischung der Regierung in die Kreditvergabe, weshalb Fremdfinanzierung oft notwendig ist. (reuters/apa/red)

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