Stahlbau

Insolvenzgefahr: Waagner-Biro verweist auf volle Auftragsbücher

Völlig überraschend hat der Wiener Stahlbauer Waagner-Biro eine Konzerntochter zur Insolvenz angemeldet - und zugegeben, dass die gesamte Gruppe insolvenzgefährdet sei. Jetzt verweist das Unternehmen auf die gute Eigenkapitalquote und Auftragslage.

Der Stahlbauer Waagner-Biro ist insolvenzgefährdet, obwohl der im Vorjahr noch sehr gut unterwegs war. Das Unternehmen verweist auf eine Großauftrag, der nicht vertragsgemäß bezahlt wurde. Offenbar handelt es sich um den Bau der spektakulären Kuppelkonstruktion des Louvre in Abu Dhabi.  

Im Gespräch mit unserem Schwestermedium SOLID räumte Miteigentümer und Konzernchef Thomas Jost bereits 2015 ein, dass es in den Vereinigten Arabischen Emiraten und vor allem beim Louvre Abu Dhabi zu einer schwierigen Situation gekommen sei. Mehr dazu unter SOLID 06/2015: "Unter diesen Umständen nicht mehr!" >>

Zuletzt hatte sogar eine Intervention des Bundeskanzlers Sebastian Kurz beim Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten im April dieses Jahres nichts genutzt, so Medien.

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Waagner-Biro: Auftragsbücher voll

Während die Waagner-Biro-Tochter SBE Alpha Insolvenz angemeldet hat, gibt sich der Mutterkonzern durchaus fit. So lag die Eigenkapitalquote im Vorjahr bei 30 Prozent oder 61 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBT) lag mit 10,1 Mio. Euro über dem des Jahres 2015. Und auch der Cash Flow lag mit 14,2 Mio. Euro im Vorjahr über den Werten der Jahre zuvor.

Und auch die Auftragsbücher sind nach wie vor voll: 208 Mio. Euro verbuchte das Stahlunternehmen im Vorjahr an Auftragseingängen. Der Auftragsbestand lag bei 256 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Weitere Details zur SBE-Insolvenz wurden auf Anfrage keine genannt. (red mit apa)

Aktuell zu diesem Unternehmen:
Waagner-Biro: Renommierter Wiener Stahlbauer wegen Zahlungsverweigerung in den Emiraten insolvenzgefährdet >>

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