Autoindustrie

Insider: VW plant Änderungen an der Spitze seiner Kernmarke

Bei Volkswagen berät der Aufsichtsrat Eingeweihten zufolge über eine Neuordnung seiner Kernmarke VW. Offenbar sind sowohl personelle als auch strukturelle Veränderungen geplant, nachdem Konzernchef Diess zuletzt unter Druck gekommen ist.

Volkswagen bereitet angesichts der jüngsten Misserfolge offenbar eine Neuordnung der Führung der Hauptmarke VW vor. Der Aufsichtsrat werde noch  darüber beraten, sagte eine Person mit Kenntnis der Vorgänge der Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe nicht um Veränderungen im Konzernvorstand, fügte der Insider hinzu.

Eine andere Person sagte, es seien sowohl personelle als auch strukturelle Veränderungen geplant. "Es ist eine größere Gemengelage", fügte dieser Eingeweihte hinzu. Die Beratungen könnten sich länger hinzuziehen. Es stehe noch nicht fest, ob und wann Ergebnisse veröffentlicht werden könnten. VW äußerte sich nicht dazu.

Anmerkung der Redaktion:
Aktualisierte Fassung zu jüngsten Entscheidungen des VW-Aufsichtsrats: VW: Herbert Diess muss Führung der Kernmarke abgeben >>

White Paper zum Thema

Druck auf Konzernchef Herbert Diess gestiegen

Konzernchef Herbert Diess, der in Personalunion die Hauptmarke des Konzerns führt, war als VW-Markenchef durch Probleme beim Golf 8 und dem neuen Elektroauto ID.3 unter Druck geraten und musste sich massiver Kritik des Betriebsrats erwehren. Schon länger wird daher vermutet, er solle als Markenchef entlastet oder gar abgelöst werden.

Zuletzt dazu:
Konzernchef von Porsche soll Markenchef von VW werden >>   
Volkswagen: Streit zwischen Gewerkschaft und Konzernchef >>

Zuletzt kam der Skandal um ein Werbevideo für den Golf hinzu, in dem Kritiker im Internet rassistische Motive erkannt haben wollen. Dadurch wurde das wegen der Diesel-Affäre ohnehin angekratzte Ansehen des Wolfsburger Konzerns weiter beschädigt. Diess wurde außerdem eine ungeschickte Argumentation bei der Forderung nach einer Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotor angelastet, die in dem Konjunkturpaket der Bundesregierung gegen die Folgen der Coronakrise keinen Widerhall fand. (reuters/apa/red)

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