Gasturbinen

Insider: Siemens verhandelt über seine Kraftwerksparte mit Mitsubishi

Siemens führt gerade harte Einschnitte in der Kraftwerksparte durch. Das Geschäft mit Kraftwerksturbinen könnte an an Mitsubishi Heavy Industries verkauft werden - die Gespräche dazu laufen bereits, so Insider.

Siemens-Chef Joe Kaeser will Insidern zufolge bis Anfang Mai eine Lösung für das darbende Geschäft mit großen Kraftwerksturbinen gefunden haben. Bis zum Investorentag am 8. Mai wolle der deutsche Industriekonzern einen Partner für die Sparte präsentieren, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen zu Reuters.

Entscheidung soll bis Anfang Mai fallen

Dazu seien die Gespräche mit dem japanischen Konkurrenten Mitsubishi Heavy Industries zuletzt wieder intensiver geworden, der seit Jahren als einer der möglichen Partner für die Sparte gilt, in der Siemens bereits 6.000 Stellen abgebaut hat. "Es ist aber noch nicht spruchreif", sagte einer der Insider. Kaeser sondiere noch in mehrere Richtungen.

Das "Manager Magazin" und Bloomberg hatten darüber als erstes berichtet. Siemens wollte sich dazu nicht äußern. "Die Situation auf dem Weltmarkt für fossile Kraftwerkstechnik ist unverändert", sagte ein Sprecher. Siemens beschäftige sich seit Anfang 2015 mit der schwierigen Lage dort.

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Das betrifft auch Siemens Österreich

Das betrifft auch Siemens Österreich: Hierzulande betreibt diese Sparte von Siemens auch einen Standort in Wien. 2017 waren für Wien wegen rückläufiger Aufträge rund 200 Stellenstreichungen angekündigt worden.

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Details einer möglichen Übernahme noch unklar

Die Optionen reichten dabei von einer Komplett- oder Teilabgabe des Geschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen. Es gäbe noch keine endgültige Entscheidung, möglicherweise werde Siemens die Gasturbinen auch behalten. Siemens wollte die Informationen nicht kommentieren.

Das Geschäft mit großen Gasturbinen macht den überwiegenden Teil des derzeit schwierigen Kraftwerksgeschäfts von Siemens aus. Das Geschäft leidet unter sinkenden Gewinnen, der Markt für fossilen Kraftwerksbau ist derzeit problematisch. Siemens will mit Einsparungen und einem breiten Stellenabbau auf den weiter durch Überkapazitäten und Preisdruck geprägten Markt reagieren.

Dabei flammen seit einiger Zeit immer wieder Gerüchte über einen Verkauf auf. Über eine mögliche, wie auch immer geartete Allianz mit Mitsubishi Heavy wird bereits seit Mitte 2017 spekuliert. (reuters/dpa/apa/red)

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