Chemische Industrie

Insider: BASF will Teile seines Polyamidgeschäfts verkaufen

Nach Aussagen von Eingeweihten stellt der weltgrößte Chemiekonzern Teile seines Polyamidgeschäfts zum Verkauf, um die Übernahme des Polyamidgeschäft von Solvay zu retten.

Der deutsche Chemiekonzern BASF will angeblich mit deutlichen Zugeständnissen die Übernahme des Polyamidgeschäft von Solvay retten. BASF arbeitet mit der Investmentbank Lazard zusammen, um einen Käufer für einen größeren Teil des Kunststoff-Portfolios zu finden, das sie von Solvay übernehmen wollen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Der Verkauf könnte rund 450 Millionen Euro einbringen. BASF und Lazard lehnten eine Stellungnahme ab

Im Oktober hatte der Konzern mitgeteilt, das man der EU-Kommission Zugeständnisse angeboten habe. Der Chemiekonzern könnte auf bestimmte Aktivitäten in Europa verzichten, darunter seien Innovationskompetenzen und Produktionsanlagen von Solvay bei Zwischenprodukten und technischen Kunststoffen, erklärte BASF damals.

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BASF hatte sich mit seinem Konkurrenten im September 2017 auf eine Übernahme des Polyamidgeschäfts verständigt. Mit dem Zukauf würde das Unternehmen sein Geschäft mit technischen Kunststoffen ergänzen und die Position als Anbieter von Lösungen für die Transport-, Bau- und Konsumgüterindustrie sowie für weitere industrielle Anwendungen stärken. Ursprünglich war ein Abschluss 2018 geplant. Nun wird die EU-Kommission voraussichtlich am 25. Jänner entscheiden, ob ihr die Zugeständnisse ausreichen und sie grünes Licht gibt.

Den Insidern zufolge wird das zum Verkauf stehende Portfolio nun Unternehmen angeboten, die 2017 bereits Interesse am Polyamidgeschäft von Solvay gezeigt hatten, bevor BASF den Zuschlag erhielt. Dazu gehörten die südkoreanische SK Innovation, die chinesische KingFa und der Finanzinvestor SK Capital, dem der Solvay-Wettbewerber Ascend gehört. Da zu dem zum Verkauf gestellten Portfolio auch technische Kunststoffe gehörten, sei auch Interesse von Wettbewerbern wie Lanxess zu erwarten, sagten die Insider. (reuters/apa/red)

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