Energiesysteme

Innio Jenbacher: Ein Erdgasmotor speziell für Rechenzentren

Der Tiroler Hersteller Innio Jenbacher stellt einen Erdgasmotor vor, der innerhalb weniger Sekunden seine volle Leistung von 3 Megawatt abrufen kann - und damit besonders für die Stromversorgung in sensiblen Bereichen wie etwa Rechenzentren geeignet ist.

Antriebstechnik Energiewirtschaft Innio Jenbacher Standort Tirol Erdgas

In der digitalen Welt gewinnt die Informationstechnologie immer mehr an Bedeutung. Rechenzentren spielen in dieser Entwicklung eine ganz entscheidende Rolle. Sie verbrauchen heute schon rund drei Prozent des weltweit erzeugten Stroms. Daher ist die zuverlässigere und umweltgerechtere Stromversorgung eine der Herausforderungen in diesem Segment.

Mit Blick auf diesen Markt hat Innio Jenbacher die Markteinführung eines neuen, speziell für Rechenzentren entwickelten Gasmotors bekanntgegeben. Der schnellstartfähige erdgasbetriebene Jenbacher J620 Gasmotor bietet nicht nur als Reserveversorgung für Rechenzentren große Vorteile, sondern auch im Parallelbetrieb zum Stromnetz oder im Inselbetrieb.

Wegen des hoch zuverlässigen Erdgasnetzes können reduzierte Laufzeiten und die Nachbetankung der Aggregate vermieden werden. Zudem ermöglicht der neue Motor im Vergleich zu dieselbetriebenen Generatoren im Standby-Betrieb eine Senkung der NOx-Emissionen um bis zu 90 Prozent sowie der CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent, so der Hersteller. 

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Der Motor biete so längere Laufzeiten sowie eine schnelle und flexible Verfügbarkeit gerade in Zeiten einer höheren Instabilität wegen der Erneuerbaren, so Firmenchef Carlos Lange.

Jenbacher, Innio, J620 © Innio Jenbacher

Der schnellstartfähige erdgasbetriebene J620 Gasmotor von Innio Jenbacher fährt in weniger als 45 Sekunden auf Volllast hoch und bringt durch eine Vielfalt an Betriebsarten zahlreiche weitere Vorteile. Zudem bietet er Rechenzentren bewährte Zuverlässigkeit bei niedrigeren Emissionswerten – und darüber hinaus die attraktive Möglichkeit, durch die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz Zusatzerträge zu erwirtschaften.

Da sich der Großteil der Erdgasinfrastruktur unter der Erdoberfläche befindet, erweist sich das Erdgasnetz im Vergleich zum Stromnetz als wesentlich zuverlässigere Kraftstoffversorgung für den J620 Schnellstart-Generator.

Emissionswerte

Im Vergleich zu dieselbetriebenen Generatoren im Standby-Betrieb bringt der schnellstartfähige erdgasbetriebene J620 eine Senkung der NOx-Emissionen um bis zu 90 Prozent und der CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent. Damit ist er eine umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Lösung. Die NOx-Emissionen, die bei großen Rechenzentren oft den limitierenden Faktor darstellen, können mittels selektiver katalytischer Reduktion (SCR) auch noch weiter gesenkt werden. Da der Strombedarf von Rechenzentren weltweit ständig zunimmt, gewinnen diese Emissionsvorteile der erdgasbetriebenen Stromerzeugung für die Betreiber immer größere Bedeutung.

Der Hersteller lobt die Wirtschaftlichkeit seines Produkts

Niedrige Emissionswerte können längere Laufzeiten ermöglichen. Und damit werden erdgasbetriebene Anlagen zu einem echten Gewinn für Unternehmen. Während die Dekarbonisierung weiter voranschreitet und der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromnetz steigt, entsteht immer größerer Bedarf an schnellstartfähigen Anlagen, die mit Ausgleichsenergie und weiteren Leistungen die Netzstabilität gewährleisten. Der schnellstartfähige erdgasbetriebene Jenbacher J620 kann hier zur flexiblen Reaktion auf erhöhten Bedarf, bei Tarifen mit Unterbrechungsmöglichkeit und zur Notstromversorgung eingesetzt werden und auch die Häufung von Spitzenlasten im Netz vermeiden. Berücksichtigt man die niedrigeren und stabilen Erdgaskosten, zeigt sich schnell, dass Betreiber von Rechenzentren in kluger Zusammenarbeit mit Energieversorgern erhebliche Zusatzgewinne erzielen können.

Eckdaten zum Hersteller

Innio, ehemals GE Jenbacher, hat seine Zentrale in Jenbach in Tirol und weitere große Standorte in Welland in Kanada sowie in Waukesha in den USA. Das Unternehmen war früher Teil der Sparte für Energieerzeugung des amerikanischen Industriegiganten General Electric und wurde im Vorjahr von der Finanzfirma Advent herausgekauft. Am Standort in Tirol arbeiten rund 1.600 Menschen. Bei der Übernahme hat die Finanzfirma Advent neue Investitionen angekündigt.

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Innio ist mit seinen beiden Markennamen Jenbacher und Waukesha auf Gasmotoren für die Industrie spezialisiert, die eine Leistung zwischen 200 kW und 10 MW erzeugen können. Über ein weltweites Netzwerk im Vertrieb bietet der Hersteller auch Service und Instandhaltung für mehr als 48.000 gelieferte Gasmotoren über deren gesamten Lebenszyklus hinweg.

(red)

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