Lira-Krise

Inflationsbereinigt: Türkische Wirtschaft wuchs noch einmal 5,2 Prozent

Die türkische Wirtschaft hat im zweiten Quartal - vor dem Lira-Absturz - noch einmal stark zugelegt. Doch das Wachstum bremste sich ein.

Lira-Krise Türkei Konjunktur

Die türkische Wirtschaft hat im zweiten Quartal noch einmal stark zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg heuer im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent, wie das Statistikamt in Ankara am Montag mitteilte. In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent gewachsen.

Die Türkei steckt in einer Währungskrise. Seit Monaten verliert die Landeswährung Lira an Wert. Im August stürzte die Lira besonders stark ab, unter anderem wegen eines Streits mit den USA um das Schicksal eines in der Türkei festgehaltenen US-Pastors. Die Inflation war im August auf 17,9 Prozent gestiegen.

Die türkische Zentralbank will in ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch Maßnahmen gegen die hohe Inflation ergreifen. Ob die Notenbank die Leitzinsen erhöht, ist unklar. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist gegen eine Zinserhöhung. Entgegen der gängigen Wirtschaftslehre sieht Erdogan eine Zinserhöhung nicht als Instrument gegen Inflation, sondern als deren Treiber.

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Investoren sorgen sich um die Unabhängigkeit der türkischen Notenbank. Langfristig machen der Türkei hohe Außenhandelsdefizite, hohe Auslandsschulden sowie steigende Zinsen in den USA zu schaffen.