Halbleiter

Infineon: Neue Fabrik in Villach kommt trotz Corona

Der Halbleiterriese hält am Bau und Produktionsstart seiner neuen Chipfabrik in Kärnten fest. Der Betrieb am Standort soll trotz der Coronakrise Ende 2021 starten. Zuletzt konnte sich Infineon trotz der weltweiten Einbrüche weiter in der Gewinnzone halten.

Im Bild der Bau der neuen Fabrik von Infineon in Villach.

Der Münchner Chiphersteller Infineon leidet zwar unter der Coronakrise, hält sich aber deutlich in der Gewinnzone. Im zweiten Geschäftsquartal von Jänner bis März sank der Gewinn auf 178 Mio. Euro, wie Infineon mitteilte. Der Umsatz blieb bei rund 2 Mrd. Euro in etwa stabil. Man habe erste Anzeichen des Abschwungs "gut abfedern" können, sagte Konzernchef Reinhard Ploss.

Ausbau in Villach geht weiter

In Österreich hat Infineon rund 4.600 Mitarbeiter (Stand: Ende des Geschäftsjahres 2019) an fünf Standorten. Am Standort des Österreich-Headquarters in Villach wird gerade mit einer Milliardeninvestition eine neue Chip-Fabrik errichtet. Der Produktionsstart sei weiterhin Ende 2021 geplant, so der Infineon-Konzernchef.

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Infineon: Milliardenschwerer Ausbau in Villach kommt voran >>

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Ausblick ungewiss

Der Ausblick für das zweite Geschäftshalbjahr habe sich "deutlich eingetrübt", sagte Ploss. Infineon sei "nicht immun gegen den massiven Rückgang der Weltwirtschaft". Er betonte aber auch: "Unser Unternehmen ist krisenerprobt. Trotz aller Schwierigkeiten, etwa bei Lieferketten und in der Fertigung, konnten wir unseren Betrieb in den vergangenen Wochen weitgehend aufrechterhalten. Zudem haben wir frühzeitig Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet."

Kurzarbeit in Regensburg und Villach

In den Werken in Regensburg und Villach herrscht bereits Kurzarbeit, in Dresden ist sie geplant. In Villach erfolgte der Start der Kurzarbeit wie berichtet mit 1. Mai, geplant für zwei Monate. Gehaltserhöhungen bei Führungskräften wurden ausgesetzt und Boni fallen voraussichtlich geringer aus, wie Ploss sagte. Details: Infineon: Kurzarbeit in Villach ab Mai >>

Nachdem Infineon im März seine Jahresprognose zurückgezogen hatte, gab es nun einen neuen Ausblick. Dieser enthält erstmals das US-Unternehmen Cypress, dessen Kauf für neun Milliarden Euro im April genehmigt und vollzogen worden war. Ploss rechnet vor allem im Geschäft mit der Automobilindustrie mit starken Umsatzrückgängen. In diesem Bereich hatten sich auch im vergangenen Quartal schon Bremsspuren gezeigt.

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Knapp, Miba, Rosenbauer & Co.: So fährt die Industrie die Produktion wieder hoch >>

Übernahme von Cypress: Großer Sprung am Weltmarkt

Mit Cypress zusammen rechnet Infineon nun mit einem Umsatz von rund 8,4 Mrd. Euro im laufenden Geschäftsjahr, ohne wären es rund 7,6 Mrd. Euro. Letzteres ist deutlich weniger als die alte Prognose. Auch beim Ergebnis bleibt der neue Ausblick hinter dem alten zurück. Dennoch betonte Infineon, man habe genügend Liquidität, um die aktuelle Lage zu meistern. Details: Grünes Licht bei Cypress: Infineon unter den Top 10 der Welt >>

(dpa/apa/red)

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