Halbleiter

Infineon erkämpft sich Wachstum in der Flaute

Der Halbleiterhersteller kann der schwachen Konjunktur am Weltmarkt trotzen und erwartet für das laufende Jahr ein leichtes Plus sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Die Flaute am Automarkt spüre man trotzdem deutlich, so Konzernchef Reinhard Ploss.

Der deutsche Technologiekonzern Infineon erwartet trotz konjunkturellen Gegenwinds im laufenden Geschäftsjahr einen leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg. Der Umsatz werde in den zwölf Monaten bis Ende September 2020 um 3 bis 7 Prozent zulegen, teilte der Halbleiterhersteller mit.

In Österreich hat Infineon derzeit rund 4.200 Mitarbeiter an fünf Standorten. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Mrd. Euro.

Die operative Umsatzrendite werde ähnlich wie im abgelaufenen Geschäftsjahr bei rund 16 Prozent liegen. "Die weltweit schwache Automobilnachfrage spüren wir deutlich und erwarten vorerst keine Besserung", erklärte Vorstandschef Reinhard Ploss. Infineon erwirtschaftet fast die Hälfte seiner Erlöse mit der Autobranche. Das Konjunkturumfeld bleibe angespannt. "Eine Erholung erwarten wir nicht vor der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres."

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Im abgelaufenen Geschäftsjahr schnitt Infineon bei Umsatz und Betriebsgewinn ein wenig besser ab als geplant. Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 8,03 Mrd. Euro zu. Die Umsatzrendite (Segmentergebnis-Marge) lag bei 16,4 Prozent. Infineon hatte sich selbst zuletzt einen Umsatz von 8 Mrd. Euro und eine Marge von 16 Prozent vorgenommen.

Dividende unverändert

Als Dividende will Infineon wie im Vorjahr 27 Cent je Aktie ausschütten. Damit billigt der Konzern seinen Anteilseignern zwar erstmals seit einigen Jahren nominal keinen Dividendenanstieg zu. Doch wegen der Kapitalerhöhung vom Juni, bei der Infineon seine Aktienanzahl um zehn Prozent erhöhte, steigt der gesamte Ausschüttungsbetrag auf 336 Mio. Euro. Für das Vorjahr hatte Infineon 305 Mio. Euro ausgeschüttet.

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Kapitalerhöhung wegen Cypress Semiconductor

Hintergrund der Kapitalerhöhung war die Übernahme des kalifornischen Chipkonzerns Cypress Semiconductor, für den das Unternehmen insgesamt neun Milliarden Euro auf den Tisch legt. Die US-Firma produziert Halbleiter unter anderem für selbstfahrende Autos. Zudem erhofft sich Infineon von Cypress einen besseren Zugang zum Geschäft mit der Vernetzung und Steuerung von Haushaltstechnik wie Heizungen, Beleuchtung oder Kühlschränken. (reuters/apa/red)

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