Industriekonjunktur

Industriestimmung in Eurozone steigt stärker als erwartet an

In der Eurozone hat sich die Stimmung in den Industriebetrieben im April etwas mehr als erwartet aufgehellt, heißt es im aktuellen Markit-Index.

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In der Eurozone hat sich die Stimmung in den Industriebetrieben im April etwas mehr als erwartet aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sei um 0,4 Punkte auf 47,9 Punkte gestiegen, teilte das britische Marktforschungsinstitut IHS Markit in einer zweiten Schätzung mit. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 47,8 Punkten gerechnet.

Vor allem die südeuropäischen Volkswirtschaften wie Italien, Spanien und vor allem Griechenland sorgten für positive Überraschungen.

Der Gesamtindikator verharrt aber den dritten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Es wird also ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie signalisiert. Im März hatte der Indikator mit 47,5 Punkten den tiefsten Stand seit April 2013 erreicht, also seit knapp sechs Jahren.

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"Von einem Wendepunkt zu sprechen wäre verfrüht, da die Geschäftsaussichten auf einem der tiefsten Werte seit Ende 2012 verharrten", kommentierte Chris Williamson, Chefökonom bei IHS Markit. "Dies deutet darauf hin, dass die Industrie auch in den kommenden Monaten schrumpfen dürfte." Zu schaffen mache den Unternehmen die schwache weltweite Nachfrage und der zunehmende Protektionismus. Hinzu kämen der Brexit und die Schwäche des Automobilsektors.

Positiv überrascht haben die Werte für Italien und Spanien. In beiden Ländern fiel der Anstieg stärker als erwartet aus. Spanien ist das einzige Land der vier großen Länder, in dem der Indikator über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt. In Spanien und Italien wird keine Erstschätzung durchgeführt. In Frankreich wurde das Ergebnis aus der Erstschätzung leicht nach oben revidiert und der Indikator liegt jetzt genau auf 50 Punkten. Trauriges Schlusslicht bleibt Deutschland mit seiner exportabhängigen Wirtschaft.

Die mit Abstand stärkste Entwicklung gab es in Griechenland. Hier stieg der Indikator von 54,7 auf 56,6 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit Juni 2000 und signalisiert ein starkes Wirtschaftswachstum. Laut Markit berichteten die Unternehmen über deutliche Verbesserungen der Geschäftsbedingungen in allen Bereichen. (dpa-afx/apa/red)