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Industriekongress 2016: Disruption und Management

Die Berechenbarkeit im Management schwindet. Der technologische Wandel krempelt ganze Geschäftsmodelle binnen kürzester Zeit um. Welche Auswirkungen das auf das Management hat, diskutieren Experten am 9. Industriekongress.

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Industriekongress 2016: Positionsbestimmung

Gisbert Rühl hatte sein Erweckungserlebnis im Silicon Valley. Dabei ist dem Vorstandschef des Stahlhändlers Klöckner Esoterik eigentlich fremd: Schon als 30-Jähriger sanierte er den Chemiekonzern Rüttgers und verbrachte (Ruhrkohle, Babcock) sein Berufsleben im ältesten Teil der Old Economy. Heute sagt er Sätze wie: „Früher oder später wird es Versuche von branchenfremden Firmen geben, in den Stahlhandel einzusteigen. Wir werden jetzt Start-ups fördern, die unsere Wertschöpfungskette angreifen.“ 

In den Bereichen B2B-Handel und Internet der Dinge sucht Rühls „kloeckner.v“ jetzt Start-up-Unternehmen mit überzeugenden Ideen. Das Angebot des Stahlmanagers: Ein existierendes Industrienetzwerk, Test-Infrastruktur und Geld gegen eine bestechende, disruptive Geschäftsidee. 

Gisbert Rühl, Keynote-Speaker am heurigen INDUSTRIEKONGRESS, hat die Zeichen der Zeit erkannt: Der technologische Wandel wird die Wertschöpfungsketten selbst in traditionellen Industriebetrieben auf den Kopf stellen.

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Die bisherige Kerndisziplin produzierender Unternehmen, den Fertigungsprozess zu automatisieren und auf ein ohnehin fast perfektes Produkt ein immer noch besseres folgen zu lassen, wird auf den Kopf gestellt. In Zukunft werden Maschinen und Produkte so vernetzt sein, dass Kundenwünsche, Rohstoffengpässe oder Lieferzeiten unmittelbar die Produktion bestimmen. Unter dem Titel „Management 4.0: Wie verändern disruptive Prozesse unser Geschäftsmodell?“ diskutieren hochrangige Experten die Herausforderungen, die auf das Management in Zukunft zukommen. 

Zum Beispiel Sabine Herlitschka: Die Vorstandsvorsitzende wird am Industriekongress ihre Vision von den Chancen, die die Digitalisierung der heimischen Industrie bieten, skizzieren. Welche Qualitäten im Netzwerk notwendig sind, um zukünftige technologische Zyklen früh identifizieren und darauf reagieren zu können, erklärt Harald Katzmair. Der Gründer von FAS.research analysiert seit Jahrzehnten die Beziehungs- und Kommunikationsnetzwerke erfolgreicher Führungskräfte. In seiner Niederlassung in Kalifornien erlebte er den Geist im Silicon Valley hautnah.

Welchen Veränderungen die Wertschöpfungskette selbst in einem Old-Economy-Unternehmen wie der Voestalpine ausgesetzt ist, analysiert Voestalpine-Vorstand Franz Rotter. Er gilt als die treibende Kraft hinter der 3-D-Druck-Initiative, die im Vorjahr gestartet hat. Was bedeutet die Technologie für die Metallindustrie, wenn zukünftig nicht nur Prototypen aus dem Drucker kommen?

Diese und weitere spannende Diskurse erwarten Sie am 9. Industriekongress, der am 23. und 24. Juni im Schloss Pichlarn im Ennstal stattfinden wird.

Alle Informationen zu Speakern, Themen und Schwerpunkten finden Sie auch auf unserer Eventseite zum Industriekongress 2016.

Hier gehts zu einer kleinen Diaschau vom Industriekongress 2015.

Die Themen des INDUSTRIEKONGRESS 2016 im Detail:

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Wachstumsmärkte: Der amerikanische Wirtschaftsraum wurde nach Deutschland zum wichtigsten Handels-
partner der heimischen Industrie. Doch wie nachhaltig ist das Atlantik-Geschäft? Und welche Perspektiven eröffnet TTIP tatsächlich?
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Management 4.0: Die Erfindung des Internets hat ganze Branchen zerstört und andere entstehen lassen. Doch disruptive Prozesse sind genauso alt wie das Wirtschaften selbst. Wie erkennen Manager den bevorstehenden Umbruch frühzeitig – und wie sollen sie darauf reagieren?
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Alles Auto: Möglicherweise steht die Automobilindustrie vor der ganz großen Disruption. Neben dem technologischen Wandel hin zu alternativen Antrieben findet noch eine viel größere Veränderung statt: Das Mobilitätsverhalten der Kunden ändert sich grundlegend. Was bedeutet das für Österreichs Zulieferer?
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Industrie 4.0: Buzzword oder Praxis, das ist hier die Frage. In Produktionskreisen herrscht Einigkeit, dass
Industrie 4.0 nicht mit der Digitalisierung von Prozessen endet, sondern erst damit beginnt. Wo stehen heimische Industriebetriebe hier, welche Erfahrungen lassen sich verwerten?
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Energiemarkt: Die Preise für Öl, Gas und Strom sind niedrig wie noch nie, und doch steigt der Druck auf die Energieeffizienz. Wie geht das zusammen und wie lange bleiben die Preise noch niedrig?
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Arbeitszeitmodelle: Die Industrie fordert die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, die Politik zuckt mit den Achseln. Wie lange hält es ein Wirtschaftsstandort aus, dass volatile Nachfrage und starre Arbeitsmodelle so ungedämpft aufeinanderprallen? Ein Streitgespräch.
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Gesprengte Lieferketten: Der richtige Umgang mit Risiken in der Logistik. Komplexe Liefernetzwerke bringen Effizienz und Kostenvorteile,  bergen aber auch erhebliche Risiken: Wie gehen Unternehmen mit Ausfällen in der Supply Chain um, und welche Strategien führen zu mehr Sicherheit?

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