Industriekonjunktur

Industrie treibt Wachstum in der Steiermark, Oberösterreich und Tirol voran

Beim Wachstum in Österreich profitieren besonders die Industriehochburgen dank ihrer Exporte vom globalen Aufschwung, so die Daten der Bank Austria. Auch das Wachstum in Niederösterreich, Wien und Salzburg ist deutlich, aber unter dem landesweiten Durchschnitt.

Österreichs Wirtschaft ist 2017 real um 3 Prozent gewachsen, so stark wie seit 2007 nicht mehr. Auch die einzelnen Bundesländer konnten ihr Wachstumstempo gegenüber 2016 ausnahmslos steigern. Besonders die Industriehochburgen haben durch ihre Exportausrichtung vom globalen Aufschwung profitiert, erhob die Bank Austria. Wien und Salzburg hinken hinterher.

Industrieländer deutlich vorn

Am stärksten hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vergangenes Jahr in den Industrieländern Steiermark (+3,7 Prozent) und Oberösterreich (+3,6 Prozent) zugelegt, gefolgt von Tirol (+3,5 Prozent) und dem Burgenland (+3,3 Prozent). Genau im Österreichschnitt lagen Kärnten und Vorarlberg (jeweils +3 Prozent), darunter Niederösterreich (+2,9 Prozent), Wien und Salzburg (jeweils +2,6 Prozent).

Die kräftige Binnenkonjunktur respektive der anhaltend starke Konsum brachte auch den Dienstleistungsländern hohes Wachstum, so die Bank Austria. In Tirol zum Beispiel wuchs der Produktionssektor dank der Auslandsnachfrage stark, und die gute Tourismussaison stützte den Dienstleistungssektor. Im Burgenland trieben der Bau und die Industrie das Wachstum.

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Die BIP-Kaiserin Steiermark profitierte stark von der gutgehenden Weltkonjunktur; während industrienahe Dienstleistungen für Impulse sorgten, hinkte der Bau hinterher. In Oberösterreich gab neben der exportorientierten Industrie die Bauwirtschaft Schwung. Auch in Kärnten florierten Bau und Industrie, ebenso in Vorarlberg und Niederösterreich. In Niederösterreich war dafür der Beitrag der Landwirtschaft negativ.

Deutliches Wachstum auch in Wien und Salzburg - aber unter Durchschnitt

Die "Schlusslichter" Wien und Salzburg sind zwei Bundesländer mit einem starken Dienstleistungssektor, ihnen halfen 2017 die guten Nächtigungszahlen im Tourismus. In der Bundeshauptstadt trug der Servicesektor den Aufschwung, der Bau wurde hingegen vom Tiefbau ausgebremst.

Die Wiener Industrie produzierte erstmals seit 2011 mehr. In Salzburg hingegen musste die Industrie das dritte Jahr in Folge Einbußen hinnehmen und der Bau stagnierte. Das Wachstum kam auch in Salzburg von den Dienstleistungen.

Finanzhaus rechnet heuer mit einem Plus von 2,8 Prozent

Für 2018 rechnet die Bank Austria in Österreich nur mehr mit einem BIP-Anstieg von 2,8 Prozent. Über dem Schnitt dürfte laut Prognose die Wirtschaft in der Steiermark (+3,4 Prozent), in Oberösterreich (+3,3 Prozent) und in Tirol (+3,1 Prozent) wachsen, ebenso diesmal Salzburg und Vorarlberg (jeweils +3 Prozent). Wien sieht die Bank Austria bei +2,6 Prozent, das Burgenland und Niederösterreich bei je +2,5 Prozent. Als Schlusslicht wird mit +2,4 Prozent Kärnten erwartet.

Vorteile der Industriehochburgen

Die Industrie- und exportorientierten Länder hätten weiterhin etwas bessere Bedingungen, so die UniCredit-Tochter. Die Inlandsnachfrage werde geringfügig an Schwung verlieren, sodass der Investitionsboom und der private Konsum nachlassen. Der Servicebereich bleibe aber gut in Fahrt. Der Außenhandel werde durch protektionistische Tendenzen, politische Unsicherheiten und den starken Euro ausgebremst.

Zahlen zur Arbeitslosenquote

Die bundesweite Arbeitslosenquote dürfte heuer weiter sinken, von 8,5 Prozent im Jahresschnitt 2017 auf 7,7 Prozent. Den stärksten Rückgang, um 1 Prozentpunkt auf 6,3 Prozent, erwartet die Bank Austria in der Steiermark. Unangefochten die niedrigste Arbeitslosenquote werde es in Salzburg geben (4,8 Prozent). Wien werde trotz weiter starken Rückgangs die höchste Arbeitslosenquote haben (12,2 Prozent), vor Kärnten (9,3 Prozent), Niederösterreich (7,9 Prozent), dem Burgenland (7,8 Prozent), der Steiermark und Vorarlberg (5,5 Prozent). Die Tiroler Arbeitslosenquote wird bei 5,2 Prozent erwartet, die oberösterreichische bei 5,1 Prozent.

2017 ging die Arbeitslosenrate in allen Bundesländern zurück - erstmals seit 2007. Der prozentuelle Rückgang war in der Steiermark und in Tirol am größten. Die niedrigste Arbeitslosenquote hatte Salzburg mit 5,3 Prozent und die höchste Wien mit 13 Prozent. Die österreichweite Beschäftigung stieg ebenfalls so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr, nämlich um 1,9 Prozent. Besonders viele neue Jobs kamen in der Steiermark, in Tirol, Vorarlberg und Wien dazu, den geringsten Anstieg verbuchte Kärnten. (apa/red)

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