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Industrie oder Finanzfirma: Wer bekommt Toshibas Chipsparte?

Toshiba wolle seine milliardenschwere Chipsparte an eine Gruppe rund um die Finanzfirma Bain verkaufen, sagen Eingeweihte. Andere Insider meinen, Western Digital liege vorn.

Im Rennen um Toshibas Chipsparte bevorzugt der angeschlagene Elektronikkonzern Insidern zufolge das Konsortium von US-Finanzinvestor Bain Capital und dem südkoreanischen Rivalen SK Hynix als Käufer.

Weil mit dem US-Partner Western Digital nicht wie angestrebt bis Mittwoch ein Abkommen erzielt werden könne, wolle Toshiba nun mit der Bain-Gruppe bis nächste Woche überein kommen.

Widersprüchliche Berichte - Finanzfirma offenbar vorn

Das sagten zwei mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen. Toshiba und Western Digital wollten sich zunächst nicht dazu äußern. SK Hynix sowie die japanische Gesellschaft von Bain Capital waren nicht zu erreichen.

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Toshiba hatte bereits im Juni eine Gruppe um Bain Capital und den südkoreanischen Halbleiter-Spezialisten sowie zwei staatlich unterstützte Investmentfonds als bevorzugte Interessentengruppe ausgewählt. Das Konsortium hatte nach Angaben eines Insiders sein Angebot für die Chipsparte aufgebessert. Die Offerte bewerte das Geschäft nun mit 22,3 Mrd. Dollar (18,59 Mrd. Euro): Toshibas Chipsparte: Gruppe um Finanzfirma Bain bietet noch mehr >>

Der Verkaufsprozess war ins Stocken geraten, weil der US-Konzern Western Digital, mit dem Toshiba das wichtigste Chip-Werk betreibt und der selber an der Sparte interessiert ist, auf ein Vorkaufsrecht pochte und daher vor Gericht ging: Toshiba verkauft Chipsparte: Amerikaner sollen jetzt doch Vorfahrt haben >>

Toshiba braucht die Milliarden aus dem Verkauf dringend, um sich nach der Insolvenz der US-Kraftwerkstochter Westinghouse neu aufzustellen. Zu den Interessenten für das lukrative Geschäft mit Speicherchips gehörten auch Apple und Dell.

Die japanische Zeitung "Nikkan Kogyo" hatte zuvor ohne Angaben von Quellen berichtet, Western Digital erhalte den Zuschlag für das Geschäft mit Speicherchips für rund 18,3 Mrd. Dollar. Der Beschluss sollte am Mittwoch bekannt gegeben werden. Toshiba hatte den Bericht zurückgewiesen und betont, es sei noch keine Entscheidung gefallen. (reuters/apa/red)

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