Arbeitsmarkt

Industrie: Integration von Flüchtlingen bleibt ein Problem

Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren sei "deutlich mühsamer, als manche denken", sagt Dieter Kempf, Chef des Industrieverbands BDI. Die Probleme fehlender Sprachkenntnisse und fehlender Qualifikationen zu lösen sei eine Frage von Jahren, nicht von Monaten. Auch der Fachkräftemangel sei mit Flüchtlingen keineswegs lösbar.

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Aufgrund geringer Sprachkenntnisse und mangelnder Qualifikationen hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt als schwierig bezeichnet. "Die Wirtschaft ist grundsätzlich aufnahmebereit. Aber es ist mühsamer, als manche denken", sagte Kempf mehreren deutschen Zeitungen.

Die notwendige Sprachkenntnis zu erwerben sei "eher eine Frage von Jahren als von Monaten". Und erst mit Deutschkenntnissen könnten Unternehmen den Flüchtlingen durch Praktika und Einstiegsqualifizierungen den Beginn einer Ausbildung ermöglichen, fügte der BDI-Präsident hinzu.

Problem fehlender Fachkräfte nicht mit Flüchtlingen lösbar

Kempf sprach sich zudem dagegen aus, die Themen Asylrecht und gesteuerte Zuwanderung miteinander zu verbinden - denn das Problem fehlender Fachkräfte sei keineswegs mit Flüchtlingen lösbar.

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Tatsächlich haben Vertreter von SPD und Grünen, aber auch der Union im Spätherbst 2015 wiederholt damit argumentiert, dass die damals ins Land kommenden Einwanderer aus Nordafrika und Nahost überdurchschnittlich gut gebildet seien und bei etlichen Problemen Deutschlands, namentlich im Hinblick auf die zurückgehenden Geburtenraten und den Fachkräftemangel, zu Lösungen führen könnten.

Diese Argumente sind von politischer Seite seit geraumer Zeit nicht mehr vorgebracht worden. Stattdessen sagt nun Kempf: "Tatsächlich reicht die Qualifikation vieler Flüchtlinge nicht aus, um den Fachkräftemangel zu lindern." (afp/apa/red)

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