Einkaufsmanagerindex

Industrie im März: Schwung verloren

Der Einkaufsmanagerindex ging um 2 auf 51 Punkte zurück. Die Bankvolkswirte erwarten für das Gesamtjahr dennoch unverändert ein Industriewachstum von 4 Prozent.

Konjunktur Einkaufsmanagerindex

Die österreichische Industrie verlor nach einer starken Dynamik zu Jahresbeginn Ende des ersten Quartals etwas an Schwung: Der Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex sank im März gegenüber dem Vormonat um 2 auf 51 Punkte. Er fiel damit auf den tiefsten Wert seit Sommer 2013, so Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Für das Gesamtjahr wird weiterhin ein Industriewachstum von 4 Prozent erwartet.

"Im März sorgten nachlassende Auftragssteigerungen für ein moderateres Produktionswachstum, von dem allerdings keine Beschäftigungsimpulse ausgingen", so Bruckbauer heute, Freitag, in einer Pressemitteilung. In einem abflauenden Nachfrageumfeld seien Einkaufs- und Verkaufspreise gesunken, eine kostenbewusste Lagerpolitik rücke wieder stärker in den Mittelpunkt.

Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn abgeschwächt

Der aktuelle EMI zeige, dass sich die "beachtliche Wachstumsdynamik" von Jahresbeginn, die sich etwa in einem Anstieg der Industrieproduktion um 4,6 Prozent (Jänner) gezeigt habe, Ende des ersten Quartals abgeschwächt habe. Der Produktionssektor befinde sich jedoch auf Wachstumskurs, so die Bank-Austria-Volkswirte. Werte des Einkaufsmanagerindex (EMI) über 50 Punkte weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, unter 50 Punkte wird ein Rückgang signalisiert.

"Ungeachtet steigender Risiken, wie der aufkeimenden Unsicherheiten infolge von Konjunktursorgen in China und anderen Schwellenländern sowie der Lage in der Ukraine, zeigt der aktuelle Bank Austria Einkaufsmanagerindex an, dass die heimische Industrie auch in den kommenden Monaten einen Aufwärtstrend zu halten vermag" , so Bruckbauer. "Wir halten an unserer Wachstumsprognose für den Sektor von 4 Prozent real im laufenden Jahr, nach 0,7 Prozent 2013 fest."

Wieder Beschäftigungsanstieg

Der Industrie-Aufschwung habe zum dritten Mal in Folge einen Beschäftigungsanstieg gebracht. "Der Jobaufbau ist allerdings weiterhin nur sehr zurückhaltend und konzentriert sich auf Betriebe im Investitionsgüterbereich, die Kapazitätsausweitungen planen. Das derzeitige Wachstumstempo lässt auch in den kommenden Monaten keinen spürbaren Anstieg der Beschäftigung in der Verarbeitenden Industrie erwarten", so Bruckbauer. In der heimischen Sachgüterindustrie sind seit rund zwei Jahren relativ konstant rund 584.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind um rund 20.000 weniger als vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008.

Einbußen im Vorleistungsgüterbereich

Die schwächere Auftragsdynamik schlug sich in einem geringeren Anstieg der Produktionsleistung nieder. Der Produktionsindex sank im März auf 51,3 Punkte, nach 54,9 Punkten im Februar, und lag damit auf dem tiefsten Wert seit Juli 2013. "Während die Investitionsgüterhersteller einen guten Geschäftsverlauf vermeldeten, kam es Vorleistungsgüterbereich sogar zu Einbußen, sowohl bei der Produktion als auch bei den Neubestellungen", so Bank-Austria-Ökonom Walter Puschedl. Insgesamt hätten aber sowohl die Binnennachfrage als auch das Exportneugeschäft zugelegt. Das Auftragswachstum sei im März stark genug gewesen, um den achten Monat in Folge die Auftragspolster zu erhöhen, wenn auch nur noch leicht.

Die Preise waren wegen einer nachlassenden Nachfragedynamik, Konkurrenzdruck und Überangebot rückläufig. Die Einkaufspreise sanken laut Bank Austria erstmals seit Sommer 2013 und durchschnittlich auch stärker als die Verkaufspreise. Gesunken sind die Einkaufspreise vor allem bei den Vorleistungsgütern, bei den Konsumgütern gab es sogar einen leichten Anstieg. Deutlich reduziert wurden im März die Vormateriallager. Die Bestände an Fertigwaren gingen bereits zum vierten Mal in Folge zurück. (APA)