Industriekonjunktur

Industrie der Eurozone: Mit Gegenwind ins neue Jahr

Die Industrie der Eurozone wechsele gerade "vom Boom zur annähernden Stagnation", heißt es zumindest nach Zahlen des Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts.

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Die Industrie der Eurozone und ihrer führenden Wirtschaftsmacht Deutschland geht mit Gegenwind ins neue Jahr. Ihr Wachstum fiel im Dezember jeweils so mager aus wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die Währungsunion fiel dabei um 0,4 auf 51,4 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Ab 50 Punkten wird ein Wachstum signalisiert.

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Auftragsbestände werden abgearbeitet

"Vom Boom zur annähernden Stagnation", so der Kommentar des Markit-Chefvolkswirts Chris Williamson. "Besorgniserregend ist überdies, dass das derzeitige Produktionslevel einzig und allein aus der Abarbeitung der Auftragsbestände resultiert. Der Mangel an Neuaufträgen bedeutet, dass es in den nächsten Monaten zu einem Kapazitätsabbau kommt, sollte die Nachfrage nicht wieder in Schwung kommen."

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Das deutsche Industriebarometer fiel im Dezember um 0,3 auf 51,5 Punkte. "Nach einer erneuten Abschwächung rückt die Branche ein weiteres Stück in Richtung Stagnation", sagte Markit-Experte Phil Smith. "Vor allem die sich eintrübende Weltwirtschaft hatte spürbare Auswirkungen auf Deutschlands exportorientierte Industrie im Jahr 2018." So fielen die Neuaufträge bereits den dritten Monat in Folge. In der zweiten Jahreshälfte sorgten dann die Probleme der Automobilhersteller bei der Umstellung auf neue Abgastests für zusätzlichen Gegenwind. (reuters/apa/red)