Logistik

In "höchstens" drei Tagen soll der Suezkanal wieder frei sein

Laut Mohab Mamisch, dem ehemaligen Chef der Behörde für den Suez-Kanal, dauert die Blockade des Suez-Kanals durch die "Ever Given" noch höchstens drei Tage. Die Turbulenzen in der internationalen Logistik-Branche sind allerdings schon zu spüren.

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Es sei extrem schwierig", die "Ever Given" wieder flott zu bekommen, sagt der Eigentümer, die japanische Leasingfirma Shoei Kisen Kaisha. Kurz darauf hieß es aus Ägypten, die Blockade des Suez-Kanals durch das festgefahrene Containerschiff "Ever Given" dauere höchstens noch drei Tage.

Die Schifffahrt auf dem Kanal zwischen Rotem Meer und Mittelmeer werde "binnen 48 bis 72 Stunden höchstens wieder aufgenommen" werden, sagte der Berater von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi für Seehäfen, Mohab Mamisch, am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP. Als ehemaliger Chef der Behörde für den Suez-Kanal habe er bereits mehrere Bergungsaktionen miterlebt, führte Mamisch aus. "Ich kenne jeden Zentimeter des Kanals."

Die 400 Meter lange und 59 Meter breite "MV Ever Given" war am Mittwoch im Suez-Kanal auf Grund gelaufen. Seitdem blockiert das in Diagonalstellung riesige Containerschiff den Kanal vollständig, auf beiden Seiten des Kanals stauen sich Schiffe. Die 25 Besatzungsmitglieder der "Ever Given" seien in Sicherheit, erklärte die Firma BSM in Singapur, die für das technische Management des Container-Schiffs verantwortlich ist. Es gebe keine Umweltverschmutzung und keinen Schaden an der Fracht.

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"Ein gestrandeter Wal"

Der Eigentümer, die japanische Leasingfirma Shoei Kisen Kaisha, hatte vor Mamischs Äußerungen mitgeteilt, es sei "extrem schwierig", die "Ever Given" wieder flott zu bekommen. Die Kanalverwaltung entsandte mehrere Schlepper, auch ein Team der niederländischen Spezialfirma Smit Salvage machte sich auf den Weg. Der Chef der Mutterfirma Boskalis, Peter Berdowski, sagte dem niederländischen Sender Nieuwsuur, das Containerschiff wieder in Bewegung zu setzen, könne "Tage oder Wochen dauern. Das ist, könnte man sagen, ein gestrandeter Wal."

Sollte es nicht gelingen, den Containerriesen mit Hilfe von Schleppern wieder flottzumachen, müsse ein Teil der Ladung mit Hilfe von Kränen vom Schiff geholt werden, erklärte die Firma Braemar, spezialisiert auf Dienstleistungen für die Schifffahrt. Auch Braemar erklärte, dies könne Tage, vielleicht Wochen dauern.

Die Blockade des Suez-Kanals ließ zeitweilig den Ölpreis ansteigen. Laut Bundesverband der Deutschen Industrie sind bereits internationale Logistik-Turbulenzen zu spüren. Zentrale Lieferketten drohen demnach aufgrund mangelnder Container, unpünktlicher Schiffe und fehlender Transportkapazität ins Stocken zu geraten. Die Reederei-Riesen Maersk und Hapag-Lloyd teilten mit, sie prüften nun den Umweg ihrer Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung.

Der 1869 eröffnete Suez-Kanal verkürzt die Handelsverbindung zwischen Asien und Europa. Die Strecke von Singapur nach Rotterdam verringert sich durch den Kanal um 6.000 Kilometer gegenüber der Fahrt um das Kap der Guten Hoffnung an der südlichen Spitze Afrikas.

Ägypten erzielte aus den Durchfahrtsrechten durch den Suez-Kanal im vergangenen Jahr einen Erlös von umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. 2020 passierten fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße. (apa/afp)