Klimawandel

In der Krise steigt Verbrauch von Verpackungen aus Wegwerfplastik

Die positiven Auswirkungen der Coronakrise auf die Umwelt sind sehr kurzfristig - so steigt der Verbrauch von Einwegplastik weiter an. Dafür gibt es auch Verbesserungen bei der Luftqualität.

Die Corona-Pandemie hat einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zufolge nur kurzfristig positive Auswirkungen auf die Umwelt. Zwar sei in vielen europäischen Ländern die Luftqualität besser geworden, weil unter anderem weniger Auto gefahren wurde. Auf der anderen Seite sei aber der Verbrauch von Einwegkunststoff gestiegen, hieß es in einer EEA-Mitteilung.

"Die Pandemie führte zu einem plötzlichen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Masken, Handschuhen, Roben und Desinfektionsmitteln in Flaschen", so die EEA. Zudem hätten sich viele Restaurants in Europa auf Take-Away-und Lieferservices mit Einweg-Plastikbehältern umgestellt. Auch viele Produkte, die über den zunehmenden Online-Versandhandel verschickt würden, seien in Plastik verpackt. "Die Herstellung, der Verbrauch und die Entsorgung zusätzlicher Einwegkunststoffe werden größere Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben", ist die EEA sicher. Die Folge seien ein Anstieg der Luftverschmutzung und der Treibhausgasemissionen sowie mehr Abfall.

Die Coronakrise habe sich nicht nur in der EU, sondern global auf den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen ausgewirkt, heißt es in dem Bericht. In welcher Größenordnung, werde man erst in 2021 beurteilen können. Eine große Rolle spiele der Verkehrssektor, der von den Beschränkungen des internationalen Reiseverkehrs und den Aufforderungen, zu Hause zu arbeiten, besonders beeinflusst wurde.

White Paper zum Thema

Europaweit – so Schätzungen - ging der Personenverkehr um 57 Prozent und der Flugverkehr um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In einigen Städten habe sich die Luftqualität dadurch "dramatisch verbessert", so die EEA. In Österreich sei die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft um ein Drittel (34 Prozent) zurückgegangen. In vielen Teilen der Welt sei die Luftqualität aber wieder auf das alte Niveau zurückgekehrt, als die Corona-Maßnahmen gelockert wurden. (dpa/apa/red)