Paketlogistik

Im Paketboom in Österreich hält Amazon weniger als ein halbes Prozent - noch

Dank Internethandel steigt in Österreich die Zahl der ausgelieferten Pakete stark an. Marktführer ist mit großem Abstand die Österreichische Post, so eine Analyse des Branchenradar - Amazon dagegen kommt derzeit auf einen Marktanteil von 0,4 Prozent.

Das ungebremste Wachstum des Onlinehandels sorgte auch im Vorjahr für einen kräftigen Anstieg am heimischen Paketmarkt. Paketdienste wie die Post, DHL, Hermes und DPD lieferten 2018 fast 228 Millionen Pakete aus, um 9 Prozent mehr als im Jahr davor, geht aus einer veröffentlichten "Branchenradar"-Marktanalyse hervor. Das neue Amazon-Verteilzentrum spielte dabei noch keine Rolle.

Amazon: Selbst auf das Jahr hochgerechnet nicht mehr als zwei Prozent Marktanteil

Der Onlinehändler Amazon stellt seit Oktober in Wien einen Teil seiner Pakete selber zu. Mit rund einer halben Million Pakete habe Amazon im Privatkunden-Geschäft einen Marktanteil von 0,4 Prozent, räumte "Branchenradar" ein. Selbst hochgerechnet auf das volle Jahr käme Amazon nicht über einen Marktanteil von 2 Prozent hinaus, heißt es.

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Marktführer bleibt die Post

Marktführer ist die Post mit rund 47 Prozent Marktanteil vor DHL Paket mit 27 Prozent, Hermes mit knapp 12 Prozent und DPD mit 10 Prozent. Dazu: Neuer Paketrekord bei der Post - trotz Konkurrenz durch Amazon und DHL >>

Getragen wurde das Paketwachstum im vergangenen Jahr sowohl von Privatpersonen, die mehr bestellten, als auch Firmenkunden. Doch während sich die Zahl der Pakete im Geschäftskundensegment um 2,1 Prozent auf 95 Millionen Stück erhöhte, stieg sie im Konsumentengeschäft kräftig um 14,6 Prozent auf knapp 132,7 Millionen Stück.

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Doch nicht jedes Paket bleibt beim Kunden: Die wachsenden Interneteinkäufe führten im Vorjahr zu einem Anstieg der Retouren um 16 Prozent auf rund 28 Millionen Pakete. Im Vergleich zu den Jahren davor habe sich der Anstieg aber halbiert, hieß es seitens "Branchenradar" auf APA-Anfrage. Das liege daran, dass die Wachstumsimpulse im Onlinehandel zunehmend aus Warengruppen mit geringen Retouren-Quoten kämen, wie etwa Möbel, Haushaltswaren oder Streamingdienste. (apa/red)

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