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Im Bild: Alpine und Doka erobern Norwegen

Die Bilder zum Bau der nördlichsten Schrägseilbrücke der Welt und zu einem großen Straßenbauprojekt im Süden Norwegens. Dazu Eckdaten zu einem spannenden Markt. Stand: November 2012.

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Bauindustrie Alpine Doka Umdasch Exporte
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© Peter Martens Das erste, was Mitteleuropäern in Norwegen auffällt, ist das Wetter. Im Winter senkt sich im Norden eine durchgehende Nacht auf das Land – im Sommer geht dafür die Sonne gar nicht unter. Kühl bleibt es trotzdem. Im Bild: Die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Norwegens und eine der wichtigsten für ganz Skandinavien, die E6. Ganz links oben im Bild: Die Großbaustelle Dovrebanen, eines von drei aktuellen Projekte von Alpine und Doka in dem Land. Text und Fotos: Peter Martens/Solidbau
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Das erste, was Mitteleuropäern in Norwegen auffällt, ist das Wetter. Im Winter senkt sich im Norden eine durchgehende Nacht auf das Land – im Sommer geht dafür die Sonne gar nicht unter. Kühl bleibt es trotzdem. Im Bild: Die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Norwegens und eine der wichtigsten für ganz Skandinavien, die E6. Ganz links oben im Bild: Die Großbaustelle Dovrebanen, eines von drei aktuellen Projekte von Alpine und Doka in dem Land. Text und Fotos: Peter Martens/Solidbau
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Das Land im äußersten Nordwesten Europas verfügt über eine 2.650 km lange und zerklüftete Küste. Mit Fjorden misst die Küstenlinie sogar 21.465 km. Dank des Golfstroms bleiben die Häfen im Winter eisfrei.
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Für Baufirmen wird Norwegen bald vor allem deshalb so interessant, weil die Regierung ein milliardenschweres langfristiges Programm zum Ausbau der Infrastruktur gestartet hat – und weil sich hier, anders als in Polen, noch nicht Mitbewerber aus ganz Europa plus China tummeln. Im Bild: Die Hauptstadt Oslo.
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Es gibt einige Gemeinsamkeiten zu Österreich. Zum Beispiel leben die fünf Millionen Norweger in einem Land voller Berge und Wasserkraftwerke. Doch es gibt auch Unterschiede. Beim Bauen zum Beispiel gilt nur "Norwegian Standard", EU-Normen fehlen völlig.
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Einige wenige österreichische Konzerne haben den Sprung trotzdem gewagt. Doka zum Beispiel ist seit vielen Jahren vor Ort und beliefert mit Spezialschalungen Baustellen zwischen Ostsee und Nordpolarmeer. Einer der jüngsten Aufträge kam von Landsleuten: Schalungen für die nördlichste Schrägseilbrücke der Welt zu stellen.
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Läuft alles nach Plan, sind ab Frühjahr 2013 die beiden Ufer des Kåfjords mit der "Kåfjordbrua" verbunden - im Bild der A-Pylon kurz vor Fertigstellung.
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Der Ort des Geschehens: Die Baustelle der "Kåfjordbrua" in der Umgebung des Städtchens Alta, 400 Kilometer nördlich des Nordpolarkreises. Auch Alta liegt auf der Verbindung E6. Die Zahlen auf dem Wegweiser sind Luftlinien - über Landstraße kommen noch hunderte Kilometer hinzu.
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"Wenn bei -27 Grad das Auto zum Flughafen nicht anspringt, vergeht jede Romantik" - Baustellenleiter Marcello Gebhardt (links) neben Kollege Stefan Ebenbauer, beide Alpine.
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Der A-Pylon misst 72,5 m Höhe. Für die Versorgung sorgt ein 85-Meter-Kran. Im Bild der Personenlift auf der Nordseite.
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Die Pylonfüße stehen auf einem Fundament mit einem vier m hohen, 30 m langen Fundament mit einem Umfang von 2400 m3. Das Fundament ruht auf 48 Stahlrahmenpfählen.
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Für das Gleichgewicht der asymmetrischen Konstruktion sorgt ein wuchtiger Ballastkasten, der mit besonders schwerem Olivin-Gestein befüllt und mit der Pylonspitze verbunden wird. Im Einsatz die Trägerschalung Top 50.
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Die Stahlbauteile müssen millimetergenau platziert werden - später hängen an ihnen die Stahlkabel. Eine Abweichung von etwa einem cm ergibt unten einen Fehler von einem Meter.
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Von der Selbstkletterschalung aus sind gute Aussichten auf den Kåfjord garantiert.
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Fast alle Bauarbeiter kommen aus Ungarn. Im Bild (v.l.n.r.): Istvan Volf, Alpine-Baustellenleiter Stefan Ebenbauer, Doka-Projektleiter Andreas Heimberger.
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Im Einsatz ist die Selbstkletterschalung SKE 50plus von Doka - hier der Personenlift auf Ebene -2.
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Welches Schalungsmaterial benötigt wird, muss exakt bestimmt werden - weil alles von sehr weit her angeliefert werden muss. Rund 1400 Kilometer sind es über Landstraße bis Trondheim, der nächsten Niederlassung von Doka - angesichts der Lage der Baustelle ist das trotzdem "um die Ecke".
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Der Personenlift zur Schalungssystem von Doka. Im Bild zu sehen ist der Pylon wenige Wochen vor Fertigstellung.
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Die "Kåfjordbrua" ist eine einhüftige Schrägseilbrücke mit einer Länge von 270 m und einem A-förmigen Pylon. Sie soll einst an einer besonders engen Stelle des Kåfjords die beiden Ufer miteinander verbinden. Hier das Rendering.
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Mit der friedlichen Stille am Ufer des paradiesischen Mjøsa-Sees ist es für immer vorbei - heute röhrt hier schweres Gerät, bald rollen die Lkw.
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BAUHERR: Statens Vegvesen und Jernbaneverket / BAUZEIT: Sommer 2012-Herbst 2014 (gesamt bis Ende 2016) / AUFTRAGSVOLUMEN: 170 Mio. Euro
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Umfangleistung Alpine: 5,7 km vierspurige Autobahn im Freiland; / 4,7 zweigleisige Eisenbahn im Freiland, / 680 m zweiröhriger Autobahntunnel (85 m2 Tunnelquerschnitt) / 580 m einröhriger Eisenbahntunnel (125 m2 Tunnelquerschnitt) / 16,7 km Sekundärwege und Radweg / Überführungen, Unterführungen, Technikgebäude / 1,5 Mio. m3 Sprengabtrag, 180.000 m3 Tunnelausbruch, 300.000 m3 Erdabtrag.
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"Achtung, in Kürze wird gesprengt!" - 1,5 Mio. m3 beträgt allein der Sprengabtrag beim Bau der E6 am Ufer des Mjøsa-Sees.
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Der Mindestlohn für einen Facharbeiter beginnt ab 24 Euro pro Stunde. Wer norwegische Facharbeiter beschäftigen will, muss das Doppelte auf den Tisch legen.
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Um ein anderes Großprojekt von Alpine und Doka zu sehen, muss man den hohen Norden verlassen und sich mehr als 1600 Kilometer nach Süden begeben - allerdings wieder an die E6, die hier am Ufer des Mjøsa-Sees entlang führt.
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Zu den großen Unterschieden zu Österreich zählt auch der Umgang mit den Mitarbeitern. Anders als hierzulande, wo alle paar Wochen ein Klagelied über Dumpinglöhne angestimmt wird, ist die Einhaltung von Sozialstandards in Norwegen sehr streng. Auf dem Bau sind Überstunden und freie Tage genauestens geregelt.
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Und wer sich nicht an diese Standards hält, fliegt raus – ganz einfach, und ohne langes Wehklagen.
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Selbstkletterschalung SKE50 plus, Traggerüst Staxo 100,
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Rahmenschalung Framax, Gesimskonsole T,
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sowie der Staxo Treppenturm. Folgend kurz die wichtigsten Eckdaten zum Gesamtprojekt Kåfjordbrua ...
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Einhüftige Schrägseilbrücke, Länge: 270 m; ...
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Höhe A-Pylon: 72,5 m; ..
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Bauherr: Statens Vegvesen; ...
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Bauzeit: Frühjahr 2011 bis Frühjahr 2013; ...
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Volumen: 17 Millione Euro; ...
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Ausführung: Alpine Bau GmbH / Stahlarbeiten: DSD Brückenbau, Rokenes AS / Post Tensioning: Dywidag Norge AS
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Im Bild: Baustellenleiter Marcello Gebhardt (links) neben Stefan Ebenbauer, beide Alpine.
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Ein paar Angaben zur Schalungstechnik von Doka: Holzschalungsträger H20, Stahlwandriegel WS10,
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So weit zu dem großen Straßenbauprojekt im Süden Norwegens. Ab hier noch einige Impressionen zur Brückenbaustelle und dem Kafjörd im Norden.
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Jedes Stahlbauteil nimmt je nach Ausrichtung eine eigene Position ein (hier links im Bild).
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Und schließlich der Kafjörd, der seine unschuldige Stille ebenfalls bald verlieren wird.
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Der Ballastkasten, der später mit Olivin gefüllt wird.
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Millimeterarbeit ist gefragt - eine Abweichung von etwa einem cm ergibt bei der Verbindung nach unten einen Fehler von einem Meter.
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Eigentlich könnte der Kafjörd ein schöner Badesee sein - wäre es kein Fjord.
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Noch einmal kurz die Stahlbauteile, ....
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... an denen später die Stahlkabel platziert werden.
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Der Himmel hängt stets sehr tief über dem Land. Einheimische empfinden einen Tag wie diesen trotzdem als bestes Wetter: Ab Ende November wird es praktisch durchgehend und ab Dezember ununterbrochen dunkel, dafür zeigt sich nahezu täglich das Nordpolarlicht. Erst ab März kommt die Sonne wieder für wenige Minuten am Tag hervor.
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Der Schiefer lässt sich mit einem einfachen Hammer und einem Meißel bestens in metergroße, aber nur wenige Millimeter dicke Scheiben spalten - eine Qualität, die Schiefergestein in anderen Weltgegenden nur sehr selten aufweist.
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Keine Gefahr sich zu verirren - der nördlichste "Großflughafen" Norwegens.
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Zwischen Alta und Oslo ist die Entfernung größer als zwischen Oslo und Wien.
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"We have ten months of winter and two months of bad skiing conditions", scherzen die Bewohner Nordnorwegens. Ein Witz, in dem schon ihre Begeisterung für das Skifahren und alle Arten von Wintersport anklingt. Österreicher erzählen, dass sie mehrmals im Monat nach Hause fliegen müssen, weil sie es sonst bei dem Lichtmangel und den Temperaturen einfach nicht aushalten würden. Spricht man mit den Einheimischen, ist ihre Liebe zu diesem Landstrich nur zu deutlich spürbar.
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In einem Bericht über den Norden Skandinaviens darf der eigentliche Ureinwohner natürlich nicht fehlen: Das Rentier. Ebensowenig wie in all den Märchen, die in diesem Landstrich spielen ...
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Die urzeitlich anmutende Landschaft um das Örtchen Alta verfügt über bedeutende Schiefervorkommen.
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Sie haben bis hierher durchgehalten? Glückwunsch! Ganz zum Schluss ein paar "hidden tracks"...