Skandal-Stahlwerk

Ilva: ArcelorMittal bezahlt jedem Mitarbeiter, der freiwillig geht, 100.000 Euro

ArcelorMittal hat sich mit den Gewerkschaften auf einen Plan für den Neustart von Europas größtem Stahlwerk Ilva geeinigt. Der Stahlriese übernimmt das krisengeplagte Werk und wird 10.700 der derzeit rund 13.000 Ilva-Mitarbeiter anstellen.

Das Stahlwerk Ilva in der Nähe des süditalienischen Hafens von Tarent ist seit Jahren in den Schlagzeilen: Prozesse wegen schwerer Umweltverschmutzung und fahrlässiger Tötung gegen die ehemalige Eigentümerfamilie Riva sind noch immer anhängig. Die europäische Stahlindustrie hoffte - auch aufgrund der herrschenden Überkapazitäten am Markt - auf eine Schließung des Werkes, das zu seinen Hochzeiten neun Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produzierte. Doch Anfang des Jahres genehmigte die EU-Kommission (unter Auflagen) die Übernahme des Werkes duch ArcelorMittal um 1,8 Milliarden Euro.

Jetzt einigten sich nach langwierigen Verhandlungen unter Aufsicht der Regierung die italienischen Gewerkschaften mit dem Stahlkonzern ArcelorMittal auf einen Plan für den Neustart von Europas größtem Stahlwerk Ilva . ArcelorMittal wird 10.700 der derzeit rund 13.000 Ilva-Mitarbeiter anstellen. Arbeitnehmer, die freiwillig den Konzern verlassen, erhalten einen Betrag von 100.000 Euro brutto. Das erzielte Abkommen muss noch von der Belegschaft per Referendum bestätigt werden, kündigte die Metallgewerkschaft FIOM an. Mit dem Abkommen sei keine Reduzierung der Gehälter verbunden.

Der italienische Staat hatte 2015 die Kontrolle über das Werk in der Nähe des Hafens von Tarent übernommen, um in der Region Arbeitsplätze zu erhalten und die starke Umweltverschmutzung im Umfeld des Werkes in den Griff zu bekommen. Der Konzern bekam 2017 grünes Licht für die Ilva-Übernahme.