Windkraft

IG Waldviertel: Neue Ausbaupläne bei Windkraft nochmal überprüfen

"Naturschutz darf nicht unter die Windräder kommen", so die Naturschutzorganisation IG Waldviertel. Die Initiative fordert die Überprüfung aller geplanten Ausbauprojekte bis 2030. Dabei gibt es schon heute großen Widerstand von Menschen gegen die Aufstellung von Windrädern nebenan.

Im Regierungsübereinkommen wurde die Steigerung der Erzeugung durch Windkraft auf mehr als 16.000 Gigawattstunden bis 2030 vereinbart. Von der Windkraftlobby wurde ein zusätzlicher Ausbaubedarf von 760 Windrädern zur Diskussion gestellt. IG Windkraft dazu: Flaute beim Ausbau der heimischen Windkraft >>

Das Regierungsübereinkommen legt fest, dass der Ausbau unter Beachtung strenger Kriterien in Bezug auf Ökologie und Naturverträglichkeit erfolgen soll.

Allerdings stoßen neue Standorte schon jetzt meist aus Naturschutzgründen auf hohen Widerstand.
"Bleibt die Frage, wo diese Anlagen gebaut werden sollen", so die niederösterreichischen Bürgerinitiativen, die sich zur "IG Waldviertel" zusammengeschlossen haben.

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Die IG Waldviertel fordert daher die Durchführung einer Evaluierung aller Repowering Potentiale bis 2030. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses sollen keine neuen Projekte in Angriff genommen werden.

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Abwarten bis viel stärkere Anlagen kommen

Derzeit werden Anlagen der 3,6- 4,2 MW Klasse in Österreich aufgestellt. Auf Grund des raschen technischen Fortschritts ist absehbar, dass Turbinen mit einer Leistung von 7,0 MW und mehr in einigen Jahren den Markt beherrschen werden.

"Im Sinne des schonenden Umganges mit Natur und Landschaft ist es erforderlich, zuzuwarten und erst ab 2025 mit einem weiteren Ausbau an bis dahin naturrechtlich abgeklärten Standorten fortzufahren." meint Michael Moser, Obmann der Waldviertler Bürgerintiativen. "Der Leitungsausbau kann nachziehen, Blackout-Gefahren und Kosten für Netzausgleichmaßnahmen werden vermindert, der Stromertrag wird wesentlich erhöht."

"Für Windräder in unberührter Natur besteht absolut keine Notwendigkeit"

Die Ausbauziele bei der Windkraft sind bereits deutlich überschritten, durch diesen Aufschub würde die Erreichung der Ziele 2030 in keiner Weise beeinträchtigt.

Ökonomische Vorteile wie geringer Flächenverbrauch, Vermeidung von Bodenversiegelung und Einsparungen beim Netzausbau sprechen für eine Erweiterung und Verdichtung bestehender Windparks.

"Es besteht absolut keine Notwendigkeit, den Bau von Windenergieanlagen in Wäldern sowie in den bisher unberührt gebliebenen Natur- und Kulturlandschaften voranzutreiben", so die IG Waldviertel. Es genüge demnach, wenn die Erweiterung in den schon aufgeschlossenen Bereichen, wo die Akzeptanz gegeben sei, weiter fortgeführt werde. (red)

Wind, Windkraft, Energiewende, erneuerbare, Österreich, bundesländer, 2019, Grafik © APA

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