Löhne

IG Metall entscheidet Ende Jänner über mögiche "Eskalation"

IG Metall will Ende Jänner über die weitere Linie im Arbeitskampf entscheiden. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn für Beschäftigte in Deutschland.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland will die Gewerkschaft Ende des Monats über eine Verschärfung der Arbeitskampfmaßnahmen entscheiden. Die Bewegung der Tarifparteien in Baden-Württemberg vergangene Woche sei zu begrüßen, erklärte IG- Metall-Chef Jörg Hofmann. Doch sei noch offen, ob dies den Weg zu einem Abschluss ebne.

Der Vorstand wolle am 26. Jänner entscheiden, ob eine Lösung am Verhandlungstisch möglich oder eine Eskalation mit einem unbefristeten Streik unvermeidbar sei. "Wir haben kein Interesse an einem langen Tarifstreit", erklärte Hofmann. Doch der Ball liege jetzt im Feld der Arbeitgeber.

Bei einem Flächenstreik müsste die Gewerkschaft ihren Mitgliedern Lohnausfälle ersetzen. "Unsere Streikkasse ist gut gefüllt", sagte Hauptkassierer Jürgen Kerner. Die Beitragseinnahmen seien im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf rund 561 Mio. Euro gestiegen.

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Die Gewerkschaft habe 84 Millionen an neuen Rücklagen gebildet. "Damit festigen wir auch weiter unsere Streikkasse", sagte Kerner. "Die IG Metall ist finanziell gut aufgestellt und jederzeit handlungsfähig." Die Mitgliederzahl sank leicht auf 2,26 Millionen. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der aktiv beschäftigten Mitglieder in den Betrieben.

Die IG Metall fordert für die 3,9 Millionen Beschäftigten der größten deutschen Industriebranche sechs Prozent mehr Lohn und ein individuelles Recht auf befristete Teilzeit. Für die Option, die Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken zu können, sollen Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder sowie pflegende Familienangehörige einen Teillohnausgleich erhalten. Die Arbeitgeber lehnen insbesondere die Ausgleichszahlungen vehement ab.

Die Arbeitgeber bieten bisher zwei Prozent mehr Lohn und fordern ihrerseits mehr Flexibilität, um Arbeitszeiten ausweiten zu können. (dpa/reuters/apa/red)

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