Luftfahrtindustrie

IG Metall: Airbus jammert über Facharbeitermangel - und streicht 600 Jobs

Die deutsche Regierung solle sich bei Airbus nicht ständig "wegducken", fordert die Gewerkschaft IG Metall. Berlin solle auch die Interessen der Beschäftigten aus dem eigenen Land nicht aus dem Blick verlieren. Kritik kommt auch am Konzern selbst.

Die IG Metall appelliert an die deutsche Bundesregierung, vor dem Chefwechsel an der Airbus-Spitze die Interessen der deutschen Beschäftigten bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern nicht aus dem Blick zu verlieren.

Airbus jammert über Facharbeitermangel - und streicht 600 Arbeitsplätze

Gewerkschaftsvorstand Jürgen Kerner sagte dem "Spiegel", die Mitarbeiter bräuchten auch angesichts der jüngsten Produktionsprobleme klare Zusagen für Standorte und Investitionen sowie mehr politische Fürsprache: "Schon heute wird über Fachkräftemangel geklagt. Trotzdem sollen bei Airbus hierzulande bis zu 600 Jobs wegfallen. Das ist doch niemandem vermittelbar."

Franzose Faury wird im April neuer Chef

Im April soll der Franzose Guillaume Faury - bisher Leiter der Verkehrsflugzeug-Sparte - den Deutschen Thomas Enders als Vorstandschef ablösen.

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Kerner betonte, das Know-how der deutschen Standorte müsse gesichert werden. Dabei sei "neben dem Management auch die Politik gefragt". Der Bund besitzt über eine Beteiligungsgesellschaft rund elf Prozent von Airbus. "Alle ducken sich weg", sagte Kerner. "In Frankreich käme niemand auf die Idee, sich über Staatseinfluss auf die Luftfahrtindustrie zu beklagen."

Kritik an deutscher Regierung: "Alle ducken sich weg"

Airbus hatte zuletzt Gewinn und Umsatz steigern können. Zugleich mussten jedoch Produktionsziele für bestimmte Flugzeugtypen gekappt werden. Um die deutsch-französische Balance in der Unternehmensgruppe zu wahren, schlug der Gewerkschafter zudem vor: "Auf der Hauptversammlung Anfang April sollte Ex-Telekom-Chef René Obermann, der bereits im Verwaltungsrat sitzt, gleich zum designierten Chef des Gremiums ernannt werden." Als oberster Kontrolleur ist bis 2020 zunächst noch der Franzose Denis Ranque gesetzt.

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Proteste Ende November

Ende November hatten Beschäftigte wegen eines drohenden Stellenabbaus an mehreren Standorten von Europas größtem Flugzeugbauer protestiert. In Deutschland sind Bremen und Augsburg nach IG-Metall-Angaben am stärksten von den Kürzungsplänen betroffen. "Im Vergleich zu anderen Ländern nimmt die Bundesregierung zu wenig Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Luft- und Raumfahrt", kritisierte die Geschäftsführerin der IG Metall Bremen, Ute Buggeln.