Mineralölindustrie

IEA senkte Nachfrageprognose für Rohöl wegen neuer Lockdowns

Wegen des neuerlichen Herunterfahrens des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Geschehens hat die Internationale Energieagentur ihre Prognose für die Nachfrage nach Rohöl stark gesenkt. Etwaige neue Impfstoffe würden daran nichts ändern, hieß es.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die Nachfrage nach Rohöl angesichts neuer Lockdowns gesenkt. Auch die Zulassung von Impfstoffen würde den Rohölmarkt nicht rasch beleben, heißt es in dem Monatsbericht der IEA.

Experten hoffen, dass eine massenhafte Impfung das Coronavirus effektiv bekämpft und dadurch eine Wirtschaftserholung angetrieben werde. Allerdings dürfte es lange dauern, bis große Teile der Bevölkerung einen Impfschutz haben.

Für das vierte Quartal senkte der Interessenverband führender Industriestaaten seine Prognose für die globale Nachfrage nach Rohöl um 1,2 Millionen Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) pro Tag. Im gesamten Jahr 2020 dürfte die Nachfrage um 8,8 Prozent schrumpfen.

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Für das Jahr 2021 senkte die IEA die bisherige Prognose geringfügig um 0,1 Millionen Barrel pro Tag. Vor allem für das erste Quartal sei man deutlich pessimistischer als zuletzt. Insgesamt rechne man im Jahr 2021 aber immer noch mit einem Anstieg der Nachfrage um 6,5 Prozent oder 5,8 Millionen Barrel pro Tag.

Die Ölpreise haben seit Monatsbeginn tendenziell zugelegt, nachdem sie Ende Oktober angesichts verschärfter Coronabedingungen unter Druck geraten waren. Die zuletzt gestiegenen Hoffnungen auf einen Impfstoff stützten die Preise, da sich damit auch die wirtschaftlichen Aussichten verbessern.

In der Coronakrise war es im April zu einem drastischen Einbruch der Ölpreise gekommen. Die Preise hatten sich dann aber wieder erholt.(dpa/apa/red)