Arbeitsmarkt

Hunderttausende neue Arbeitsplätze: Österreich Nummer drei in Europa

In Österreich sind in den letzten zehn Jahren über 400.000 neue Arbeitsplätze entstanden, so eine Studie. Damit muss die Alpenrepublik in ganz Europa nur Deutschland und Frankreich den Vortritt lassen.

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Der Aufschwung am heimischen Arbeitsmarkt wird auch 2018 anhalten. Nachdem bereits 2017 rund 76.000 neue Stellen in Österreich entstanden sind, sollen im nächsten Jahr weitere 74.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, erwartet die Beratungsgesellschaft Ernst & Young. In Österreich sind seit 2007 mehr als 400.000 zusätzliche Stellen entstanden, die drittmeisten in Europa. Nur in Deutschland und Frankreich waren es mehr.

Laut Ernst & Young-Prognose wird die Beschäftigung in der gesamten Eurozone 2018 um 1,8 Millionen steigen, am meisten in Deutschland und Spanien. Für das ehemalige Krisenland Spanien erwartet die Beratungsfirma einen Anstieg der Beschäftigung um rund 380.000. Auch Deutschland soll sich in dieser Größenordnung (rund 400.000) bewegen. In Frankreich sollen rund 240.000 neue Jobs entstehen, in Italien rund 210.000.

Die Erwerbslosenquote in der Eurozone ist 2017 von 10,0 auf 9,2 Prozent gesunken. Für das kommende Jahr geht die Ernst & Young-Prognose von einem weiteren Rückgang auf 8,6 Prozent aus. "Die Trendwende ist geschafft: 2017 lag die Zahl der Beschäftigten in der Eurozone erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau von 2007", so Gunther Reimoser von Ernst & Young Österreich.

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Zahl der Arbeitslosen dürfte im kommenden Jahr weiter sinken

Auch in Österreich soll die Erwerbslosenquote 2018 weiter zurückgehen, und zwar von 5,4 auf 5,1 Prozent. Damit weist Österreich nach wie vor die fünftgeringste Erwerbslosenquote nach Deutschland, Malta, Estland und Litauen auf.

Dass die Arbeitslosigkeit dennoch immer noch deutlich höher ist als vor Ausbruch der Krise, liegt laut Ernst & Young an dem deutlich über den Beschäftigungszuwachs hinausgehenden Wachstum des Arbeitskräfteangebots - etwa durch Zuwanderung und wegen der steigenden Zahl berufstätiger Frauen.

Gerade einmal drei Eurozonen-Länder - Deutschland (-4,7 Prozent), die Slowakei (-3,2 Prozent) und Malta (-2,1 Prozent) - weisen heute eine niedrigere Erwerbslosenquote auf als im Vorkrisenjahr 2007. Am stärksten war der Anstieg der Erwerbslosenquote in Griechenland (13,2 Prozent), Spanien (9,0 Prozent) und Zypern (7,5 Prozent). In Österreich ist die Erwerbslosenquote seit 2007 um 0,5 Prozent gestiegen.

Fachkräftemangel wird schärfer

Für Österreich erwartet Ernst & Young eine Verschärfung des Fachkräftemangels. "Der Arbeitsmarkt etwa für Akademiker und Facharbeiter ist vielerorts leergefegt. Das könnte für den Standort Österreich zu einem echten Problem und zu einer Innovations- und Wachstumsbremse werden", so Reimoser. Umso mehr brauche man eine zukunftsgerichtete Migrationspolitik. "Zuwanderung kann einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten." (apa/red)