Netzwerkausrüster

Huawei erwartet starke Rückgänge wegen Sanktionen der USA

Der umstrittene chinesische Netzwerkausrüster rechnet damit, dass der Konzernumsatz in den nächsten Jahren um jeweils 30 Milliarden Dollar niedriger sein wird als zuletzt prognostiziert. Washington setzt den Konzern massiv unter Druck wegen Verdachts auf Industriespionage.

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Der chinesische Telekom-Riese Huawei stellt sich wegen der US-Sanktionen gegen das Unternehmen auf einen kräftigen Rückgang der Geschäfte ein. Der Umsatz werde über die nächsten zwei Jahre um jeweils 30 Mrd. Dollar (26,6 Mrd. Euro) unter den Vorhersagen liegen, sagte Huawei-Chef Ren Zhengfei im südchinesischen Shenzhen.

Die USA hatten Huawei im Mai auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Trump begründete seine Schritte mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Da die Vorwürfe bisher nicht konkret belegt wurden, sehen viele Experten die Sanktionen im Kontext des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

Huawei werde in ein paar Jahren gestärkt aus seinen Schwierigkeiten hervorgehen, sagte Ren Zhengfei weiter: "Ich denke, wir können auf keinen Fall zu Tode geprügelt werden."

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Für Huawei wird die Luft durch die Einschränkungen dünner. US-Chiphersteller, die wichtige Zulieferer sind, können kaum noch Geschäfte mit den Chinesen machen. Zudem erschweren die US-Maßnahmen für Huawei den Zugang zum Google-System Android. Die Chinesen hatte deshalb angekündigt, ein eigenes Betriebssystem für Smartphones auf den Weg bringen zu wollen.

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Der Umsatz des Konzerns hatte im vergangenen Jahr noch deutlich um 19,5 Prozent auf rund 95 Mrd. Euro (721 Mrd. Yuan) zugelegt. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf rund 7,6 Mrd. Euro (59,3 Mrd. Yuan). (dpa/apa/red)

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