Netzwerkausrüster

Huawei bleibt bei 5G in starker Position - auch in Österreich

Trotz massiver Vorwürfe von Industriespionage bleibt der chinesische Netzwerkriese als Technologielieferant für 5G in starker Position - auch die Telekom Austria will das umstrittene Unternehmen nicht ausschließen.

Konzerngründer Ren Zhengfei hält die Technik des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei international für unverzichtbar. "Die Welt kann uns nicht entbehren, weil wir weiter fortgeschritten sind", sagte er der britischen BBC. "Die USA können uns nicht zerdrücken." Ebenso wie Huawei-Deutschlandchef Dennis Zuo bekräftigte Ren, Chinas Regierung habe keinen Einfluss auf Huawei.

Selbst wenn es den Vereinigten Staaten gelingen würde, andere Länder davon zu überzeugen, vorübergehend auf Huawei zu verzichten, könne das Unternehmen sich leicht verkleinern. So könne sich Huawei noch besser auf seine Produktentwicklung und die Qualität konzentrieren, sagte Ren der BBC. Das binde letztlich die Kunden.

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Starker Druck - nicht nur in den USA

Auch in der westlichen Welt wollen viele Huawei nicht ausschließen, obwohl die USA in diese Richtung starken Druck aufbauen. Huawei ist einer der weltweit führenden Netzwerkausrüster, unter anderem für den Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen, die den Grundstein für diverse Zukunftstechnologien legen sollen.

Vor allem auf Betreiben der USA stuften mehrere Länder Huawei zuletzt als potenzielle Gefahr für die Cybersicherheit ein. Sie fürchten, dass Huawei in die Systeme eine Hintertür einbauen könnte, über die der chinesische Staat Zugang zu geheimen Informationen bekommen könnte.

Telekom-Austria-Chef verteidigt "Auswahl" bei Lieferanten

In anderen Ländern ist man da zurückhaltender: Telekom-Austria-Chef Thomas Arnoldner etwa sagte, im Sinne der Risikostreuung sei es gut, wenn man eine Auswahl zwischen mehreren Lieferanten habe. Man könne chinesische Anbieter nicht komplett aus der Lieferkette ausschließen - auch werde die Diskussion "verkürzt" geführt. Bei jeder Lieferantenentscheidung gehe es um kommerzielle und technische Aspekte und auch um die Verlässlichkeit der Lieferkette.

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Britischer Geheimdienst: Risiken mit Chinesen beherrschbar

Diese Woche war bekannt geworden, dass der britische Geheimdienst die Huawei-Risiken beim 5G-Ausbau für beherrschbar hält. In Deutschland wiederum dürfte die Entscheidung, ob Huawei als Zulieferer ausgeschlossen wird, nicht mehr vor der Versteigerung der 5G-Lizenzen fallen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Bereits am Wochenende hatte der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier davon gesprochen, dass sich die Frage, welche Anbieter für den Netzausbau von den Telekomfirmen beauftragt werden, erst in einigen Monaten stelle. Die 5G-Auktion soll in Deutschland in der zweiten Märzhälfte starten. Inzwischen gilt es in Regierungskreisen als nahezu sicher, dass Deutschland dem von den USA geforderten generellen Ausschluss von Huawei nicht folgen und auch kein "Lex China" verabschieden will.

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Neuseelands Geheimdienst urteilt völlig anders

In Neuseeland, wo der Geheimdienst im November geurteilt hatte, die Verwendung von Huawei-Technik beim 5G-Netz berge erhebliche Sicherheitsrisiken, zeichnete sich unterdessen eine Lösung ab. So ist der größte Telekommunikationskonzern Spark nach Angaben der Regierung in Gesprächen mit den Sicherheitsbehörden, um die Risiken zu minimieren, statt Huawei aus der 5G-Versorgung auszusperren. (AFP/Reuters/dpa/apa/red)

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