Forschung

Holz als neuer Automotive-Superwerkstoff

Das steirische Forschungsprojekt "WoodC.A.R“ will mehr Holz in Fahrzeuge bringen. Dabei soll es als Hochleistungsmaterial in Zukunft eine stärkere Rolle im automotiven Bereich spielen. Magna Steyr oder MAN Truck & Bus sind Partner des Projekts.

Forschung Automotive Magna Steyr MAN Truck & Bus Holz

Die Forschungspartner am steirischen COMET-Forschungsprojekt "WoodC.A.R" sind davon überzeugt, dass Holz als Hochleistungsmaterial in Zukunft eine starke Rolle im Automotive-Sektor spielen wird. In den nächsten vier Jahren stehen den Forschern jedenfalls fünf Millionen Euro zur Verfügung, um diese Theorie zu testen.

Holz ist ein relativ günstiges, nachwachsendes Leichtbaumaterial: Es besitze eine hervorragende Steifigkeits- und Standfestigkeitswerte und weist ein exzellentes Dämpfungsverhalten auf, hieß es beim Startschuss für das "WoodC.A.R"-Projekt. Damit Holzwerkstoffe, -verbundkomponenten und holzbasierte Materialien jedoch für Produkte mit höchster technischer Anforderung in Betracht kommen, muss ihr Verhalten am Computer simulierbar sein.

Im dem vom oststeirischen Weiz aus koordinierten Forschungsprojekt "Wood Computer Aided Research" will man die Eigenschaften digital besser berechenbar und damit für Designer und Produktentwickler leichter zugänglich machen, sagte der wissenschaftliche Projektleiter Ulrich Müller von der Boku Wien. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung entsprechender Fertigungstechnologien, Produktionskonzepte und die Produktlebenszyklusanalyse.

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Im Forschungszentrum arbeiten Vertreter der Holz- und der Fahrzeugbranche Seite an Seite mit wissenschaftlichen Partnern. Sie wollen in den kommenden vier Jahren bei ausgewählten Komponenten einen Reifegrad der Materialdaten erzielen, der diese für die Vorentwicklung eines Serienfahrzeuges einsetzbar macht. Die virtuellen Berechnungs- und Simulationsmethoden sollen für den Werkstoff Holz in der gesamten Mobilitätsbranche - vom Auto über die Schiene bis hin zu Pistengeräten - Innovationen eröffnen und Entwicklungszeiten drastisch reduzieren. Aber auch außerhalb der Kfz-Industrie sollen neue Anwendungen gefunden werden, so Bernadette Karner vom Innovationszentrum W.E.I.Z.

Dem Innovationszentrum, in dem etliche Leitbetriebe der beiden Branchen beheimatet sind, wurde die Konsortialführung zugesprochen. Insgesamt besteht das Konsortium aus 17 Partnern. Auf Industrieseite finden sich u.a. der oststeirische Parketthersteller Weitzer Parkett wie auch der Automobil-Zulieferbetrieb Magna Steyr oder die MAN Truck & Bus AG. Der Einsatz von Holz für die Fahrzeugindustrie wird bei Weitzer als "wichtiges Zukunftsfeld" gesehen, wie Martin F. Karner festhielt. Zu den Partnern auf wissenschaftlicher Seite zählen die TU Graz, die Universität für Bodenkultur in Wien, die Universität Graz oder auch die FH Joanneum. (apa)

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