Energiemarkt

Hohe Nachfrage bei der Schlichtungsstelle der E-Control

Der heimische Energieregulator meldet eine hohe Nachfrage bei der hauseigenen Schlichtungsstelle, die auch beim Wechsel des Energielieferanten oder bösen Überraschungen bei der Stromrechnung hilft.

2017 gab es mehr als 1.000 telefonische Anfragen bei der Schlichtungsstelle des Energieregulators E-Control. Darüber hinaus wurden 639 Streitschlichtungsverfahren geführt und zusätzlich 862 schriftliche Anfragen beantwortet.

"Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen etwas angestiegen. 2016 wurden 608 Schlichtungsverfahren geführt und 792 schriftliche Anfragen beantwortet. Die Schlichtungsstelle wurde ja bereits 2002 gegründet und hat sich in den vergangenen knapp 16 Jahren als die zentrale Anlaufstelle etabliert, wenn es für die Konsumentinnen und Konsumenten um Fragen zu Strom oder Erdgas geht", sagt dazu der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch.

Viele Fragen zum Lieferantenwechsel

Die Bandbreite an Themen, die in der Schlichtungsstelle behandelt werden, ist dabei sehr groß. Am häufigsten wenden sich Konsumenten an die Schlichtungsstelle, weil sie Fragen zum Lieferantenwechsel haben. "Der Wechselprozess selbst funktioniert in den meisten Fällen völlig problemlos. Fragen treten allerdings häufig auf, was die Höhe der Teilbeträge nach einem Wechsel sowie die Abrechnung der Neukundenrabatte betrifft", so Urbantschitsch. Hier sei nach wie vor ein sehr hoher Informationsbedarf gegeben.

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Ein Dauerbrenner in der Schlichtungsstelle betrifft das Thema Rechnungen. "Viele Konsumentinnen und Konsumenten sind verunsichert, wenn die Strom- oder Gasrechnung plötzlich höher als im Jahr davor ist und können sich die Gründe dafür häufig nicht erklären. Unsere Schlichtungsstelle schaut sich jede Rechnung genau an und überprüft, ob die Rechnung in Ordnung ist", berichtet der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer, aus der täglichen Arbeit der Schlichtungsstelle.

Oft geht es um Nachverrechnungen, weil in den Vorjahren der Verbrauch durch den Netzbetreiber (meistens) zu niedrig geschätzt wurde. Bei der ersten Zählerablesung nach Schätzungen wird dann der tatsächliche Verbrauch in Rechnung gestellt und führt zu Überraschungen bei Konsumenten.

E-Control mahnt Versorger in Österreich zu mehr Sorgfalt

Aus Sicht der Schlichtungsstelle besteht bei der Sorgfältigkeit der Verbrauchsermittlung durch manche Netzbetreiber noch Luft nach oben. Und weiter: "Auch wenn Konsumentinnen oder Konsumenten in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenden Sie sich an die E-Control um Hilfe. Hier sind unsere Mitarbeiterinnen besonders gefragt, schließlich gilt es oft, Abschaltungen von Strom- oder Gaskunden zu vermeiden."

Auch das Thema der An- und Abmeldungen von Strom- oder Gasanschlüssen führt immer wieder zu Anfragen. Vor allem, wenn jemand neu in eine Wohnung einzieht (und ein Strom- und Gasbezug noch möglich ist), sollte man sich rasch um einen Lieferanten kümmern, damit die Anlage nicht aufgrund der Abmeldung durch den Vormieter abgeschaltet wird.

Ein Verfahren bei der Schlichtungsstelle ist für Endverbraucher kostenlos. Seit 2016 gibt es zudem neue gesetzliche Bestimmungen, die noch bessere Informationen bei den Verfahren und den Abläufen garantiert. Kontaktiert werden kann die Schlichtungsstelle per Mail unter schlichtungsstelle@e-control.at oder per Telefon unter 01-24724-444.

Weitere Informationen zur Schlichtungsstelle im Internet unter www.e-control.at/schlichtungsstelle. Einen Bericht zu Streitschlichtungen hat die E-Control hier veröffentlicht.

(red)

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