Stahlindustrie

Hohe Kartellstrafe für Edelstahlhersteller Georgsmarienhütte

Wegen Preisabsprachen muss der Edelstahlhersteller Georgsmarienhütte ein hohes Bußgeld zahlen. Das betreffende Verfahren kam 2015 nach einem Kronzeugen-Antrag der Voestalpine ins Rollen.

Die Gruppe Georgsmarienhütte beschäftigt rund 7.000 Menschen an 54 Standorten in 23 Ländern weltweit. 71 Prozent des Umsatzes werden in Deutschland erwirtschaftet. Nach Angaben des Herstellers enthalten vier von fünf Autos, die in Deutschland gefertigt werden, Stahl aus einem der Werke des Unternehmens.

Das deutsche Bundeskartellamt hat gegen den Edelstahlhersteller Georgsmarienhütte wegen verbotener Preisabsprachen ein Bußgeld von 85 Millionen Euro verhängt. Dies sagte ein Sprecher der Behörde in Bonn. Die "Rheinische Post" hatte zuvor darüber berichtet.

Eckdaten zum Unternehmen: Stahl für vier von fünf Autos aus Deutschland

Die Gruppe Georgsmarienhütte beschäftigt rund 7.000 Menschen an 54 Standorten in 23 Ländern weltweit. 71 Prozent des Umsatzes werden in Deutschland erwirtschaftet. Nach Angaben des Herstellers enthalten vier von fünf Autos, die in Deutschland gefertigt werden, Stahl aus einem der Werke des Unternehmens.

Management gibt sich gelassen

Bereits im Dezember wurde die Belegschaft nach Angaben eines Unternehmenssprechers informiert. "Das Bußgeld wird uns wirtschaftlich nicht in Bedrängnis bringen", sagte er.

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Kronzeugen-Antrag der Voestalpine

Bereits im vergangenen Juli hatte das Bundeskartellamt die Namen von sechs Edelstahl-Unternehmen und einem Branchenverband veröffentlicht, gegen die Geldstrafen von insgesamt rund 205 Millionen Euro verhängt worden waren. Das Verfahren war Ende 2015 mit einer branchenweiten Durchsuchung nach einem sogenannten Kronzeugen-Antrag des oberösterreichischen Stahlkonzerns Voestalpine ins Rollen gekommen.

Bis heute nicht alle Verfahren abgeschlossen

Damals hatte die Behörde erklärt, dass es noch weitere Verfahren gebe. Auch jetzt seien noch nicht alle davon abgeschlossen, sagte der Sprecher des Bundeskartellamts: "Die Ermittlungen laufen weiter, wir können aber nicht sagen, wie lange das noch dauern wird."

Die Vorwürfe

Laut den Wettbewerbshütern haben die betreffenden Unternehmen über Jahre hinweg wichtige Preisbestandteile beim Vertrieb von Edelstahl abgesprochen. Demnach ging es dabei um die Berechnung und Anwendung von Schrott- und Legierungszuschlägen. (dpa/apa/red)

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