Magna Steyr Fahrzeugtechnik

Kreativer Imperativ

Hochinnovativ arbeitet bei Magna Steyr Fahrzeugtechnik nicht nur die Lackieranlage: Die Steirer verbessern sich quasi im Stundentakt. Das brachte Platz eins in der Kategorie Konzerne.

Von &
Fabrik2013

Eine Lackierstation, um die man Wolfgang Zitz, Vice President Contract Manufacturing bei Magna Steyr Fahrzeugtechnik (li.), und Ralf Dunkel, General Manager Painted Body, beneidet: „In ihrer Flexibilität einzigartig.“

Das Paint-Shop-Konzept von Magna Steyr steht stellvertretend für eine Gesamtphilosophie des Unternehmens, die Wolfgang Zitz, Vice President Contract Manufacturing und als solcher für den Produktionsbereich am Standort Graz zuständig, auf die ihm eigene trockene Art umschreibt: „Erfolg haben ist in unserer Branche ganz einfach. Man muss nur schnell, flexibel und kompetent sein.“ Nun, schnell ist die Magna-Steyr-Lackierlinie, weil man hier innerhalb von fünf bis sechs Monaten ab Auftragsvergabe eine völlig neue Karosserie in Serie lackieren kann. Die OEMs brauchen in ihren eigenen Werken für Umstellungen dieser Art deutlich länger. Flexibel ist die Lackieranlage, weil hier völlig unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Materialien und Prozessen hintereinander ohne Rüstpausen lackiert werden. Und sie ist innovativ, weil die Flexibilität durch viele Techniklösungen ermöglicht wird.

Decklacklinie als Benchmark

Werden Karossen von zwei verschiedenen OEMs hintereinander lackiert, braucht es in aller Regel auch beim Klarlack eine unterschiedliche Strategie. „Klarlack-Vorgaben unterscheiden sich von Marke zu Marke. Da will jeder Hersteller seine individuellen Standards erfüllt haben“, erklärt Ralf Dunkel. Um diesem Anspruch zu genügen, haben die bei Magna Steyr eingesetzten Klarlack-Roboterarme einen Farbwechsler eingebaut, ein absolutes Novum. „Eine der technischen Notwendigkeiten für uns als Multi-OEM-Auftragsfertiger“, sagt Dunkel. Darüber hinaus sorgt ein intelligentes Puffersystem dafür, dass möglichst viele gleiche Karosserien in die Anlage hinter- einander einfahren und Basis- und Klarlack möglichst selten gewechselt werden müssen.

Besonderer KVP

Dass in Graz so viel geballte Innovation zuwege kommt, erklärt Vice President Zitz nicht zuletzt mit der besonderen Form des KVP. So genannte Prozessverbesserungsteams tragen als elementarer Bestandteil des Produktionssystems bereichsübergreifend zur Effizienzsteigerung in der Produktion bei. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagt Zitz. „Die Qualität der Vorschläge ist viel besser, seit die Teams diese selbstständig erarbeiten, und auch die Identifikation mit den Neuerungen ist deutlich höher.“