Fabrik2013

Helden der Arbeit

19 Unternehmen stellten sich dem kompromisslosesten Produktionswettbewerb des Landes von Fraunhofer Austria und INDUSTRIEMAGAZIN. Am Ende setzte sich Scharfsinn am Shopfloor durch. Österreichs Helden der Arbeit - und was man von ihnen lernen kann. Von Piotr Dobrowolski und Daniel Pohselt

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Fabrik2013

Michel Viet (Sandvik Zeltweg), Heinz Paar (Fischer Edelstahlrohre), Wolfgang Zitz (Magna Steyr Fahrzeugtechnik).

Die Fachtagung in Cannes war hochkarätig besetzt. Lackier-Spezialisten aller großen Automobilhersteller, mit den technische Finessen der Branche bestens vertraut, trafen sich im Frühjahr dieses Jahres an der Cote d´Azur zum Meinungsaustausch. Kein Publikum, das einfach zu beeindrucken wäre. Fiel ein Vortrag einmal etwas schlechter aus, breitete sich sofort Langeweile in den Gesichtern der Zuhörer aus. Und die Herren machten sich auch keine große Mühe, diese Langeweile zu kaschieren.
 

Als Ralf Dunkel über den Paint-Shop, so heißt die Lackierlinie bei Magna Steyr in Graz, referierte, war ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit der Expertenrunde dennoch sicher. Denn Dunkel, er ist als General Manager Painted Body der Verantwortliche für die Lackiererei, stellte ein Konzept vor, dass die Vertreter der OEM-Hersteller wegen seiner Komplexität zum Staunen brachte. „Als Auftragsfertiger hat Magna Steyr eine Lackieranlage in Betrieb, die in ihrer Flexibilität und Effizienz, tatsächlich einzigartig ist“, bestätigt Christian Morawetz, Gruppenleiter Produktionsoptimierung bei Fraunhofer Austria. Ein wegweisender Paint-Shop: Nicht zufällig einer der Gründe, warum Magna Steyr beim Fabrik2013-Wettbewerb den Sieg in der Kategorie Konzerne einheimste.
 

Evaluierung auf Herz und Nieren
 

White Paper zum Thema

19 Firmen bewiesen heuer jenen Mut, der zur Teilnahme an Österreichs härtestem Produktionswettbewerb notwendig ist: Acht Konzerne (über 5000 Mitarbeiter weltweit) und elf Unternehmen (unter 5000 Mitarbeiter) durften sich Hoffnung auf den Finaleinzug machen. Nach der Selbstevaluation mittels Fragebogen und der ganztägigen Vor-Ort-Evaluierung durch die Fraunhofer-Experten, bei der Produktionen unter anderem in den Kategorien Fertigungsverfahren, Liefertreue und Auftragsmanagement unter die Lupe genommen wurden, blieben vier Anwärter auf den Titel übrig. Sie präsentierten sich abschließend einer hochkarätig besetzten Wettbewerbsjury.

Besonders augenfällig: KMU präsentierten sich beim Thema neue Technologien heuer bärenstark. „Der Innovationsgeist kleinerer Teilnehmer ist erstaunlich“, resümiert Jürgen Minichmayr, Leiter Produktionsmanagement bei Fraunhofer Austria. Offenkundig auch: Betriebe nehmen ihre Mitarbeiter immer stärker als Unternehmensressource wahr, wie realisierte Projekte zur besseren Arbeitsplatzergonomie im speziellen – und der verstärkte Einsatz von KVP im allgemeinen – beweisen. Eine Scheu vor Kennzahlen ist zudem nur noch in Spurenelementen vorhanden: „Kaum ein Betrieb verzichtet heute auf deren Einsatz“, beobachtet Minichmayr. Dagegen ausbaufähig: Die Methodenimplementierung und der Informationsfluss im Werk – Bereiche, in denen sich die vier Finalisten allesamt hervorragend schlugen. Porträts der Top-Produktionen Österreichs.