Standort Österrech

Heimische Industrie sucht Mitarbeiter: Facharbeiter dringender als Ingenieure

Qualifizierte Mitarbeiter sind der wichtigste Standortfaktor für die heimische Industrie - wichtiger sogar als Steuererleichterungen und Förderungen, so die Ergebnisse einer Umfrage des Wifo. Und Facharbeiter werden offenbar viel dringender gesucht als Ingenieure oder Lehrlinge.

Qualifizierte Mitarbeiter sind für Industrieunternehmen der wichtigste Standortfaktor. Dabei ist die Suche nach Facharbeitern für mehr Firmen dringlich als die nach Akademikern oder Lehrlingen, ergab eine Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Steuererleichterungen kommen erst danach unter den Wünschen der Firmen, so WIFO-Ökonom Jürgen Janger.

Umfrage in 1.000 heimischen Unternehmen

Das Wifo hat im Vorjahr gut 1.000 Firmen befragt, von denen 323 den Fragebogen ausgefüllt haben. Damit seien die Ergebnisse repräsentativ, so das Wifo.

Zwei Drittel aller Firmen wollen einen besseren Zugang zu Facharbeitern, die Hälfte (jeweils 47 Prozent) mehr Akademiker und Lehrlinge. Wirtschaftspolitisch ist das Top-Anliegen die Flexibilisierung des Arbeitsrechtes (92 Prozent) knapp vor einer Senkung der Steuer- und Abgabenquote (88 Prozent) und Verbesserungen im Bildungsbereich (82 Prozent).

White Paper zum Thema

Trügerischer Faktor Förderungen

Die Arbeit bestätige Ergebnisse anderer Studien, etwa einer kürzlich publizierten von IHS, KMU Forschung und WPZ Research. Diese zeigte, dass speziell im Bereich Forschung und Entwicklung über 90 Prozent der befragten Firmen "qualifiziertes Personal" als entscheidenden Standortfaktor angeben, 83 Prozent steuerliche Förderung der Forschung (die Forschungsprämie) und 68 Prozent Direktförderungen.

Gespiegelt dazu sind auch nur 17 Prozent mit der Verfügbarkeit qualifizierten Personals "sehr zufrieden", während 36 Prozent mit der steuerlichen Förderung "sehr zufrieden" sind.

Das untermauere, dass die Verbesserung der Bildung für den Erfolg heimischer Firmen ausschlaggebend ist, schreibt Janger.

Förderungen seien hingegen trügerisch, denn sollten Deutschland oder die Schweiz vergleichbare Förderungen einführen, ginge der Standortvorteil verloren. Vorteile im Bildungssystem seien hingegen nicht so leicht aufzuholen. (APA/red)

Verwandte tecfindr-Einträge