Baustoffindustrie

Heimische Baustoffbranche auch für 2020 bedingt optimistisch

Bei den Aufträgen für die heimische Baustoffbranche lässt sich derzeit eine Zweiteilung beobachten: Bauaffine Bereiche wachsen weiter kräftig, während die Zulieferer der Industrie Rückgänge verzeichnen. Trotzdem sind Fachverbände auch für 2020 verhalten optimistisch.

Auch für das Jahr 2020 ist die heimische Baustoffbranche mit im Vorjahr 3,7 Mrd. Euro Umsatz und 13.400 Beschäftigten eingeschränkt optimistisch. Gut laufe es in den baunahen Bereichen, die 2019 um die sechs Prozent mehr umsetzten. Sorgenkinder bleiben die Industriezulieferer, die etwa unter den Problemen der Autoindustrie leiden, erklärte die Spitze des Fachverbands Stein-Keramik.

Einen großen Sprung nach oben werde es 2020 nicht geben, meinte Fachverbandsgeschäftsführer Andreas Pfeiler nach dem im Schnitt 2,2-prozentigen Umsatzplus der Branche im Vorjahr. Inflationsgetrieben, aber nicht durch Mengenzuwächse habe die Beton-und -fertigteilindustrie 2019 um 6,4 Prozent zugelegt, die Zementindustrie um 6,3 Prozent sowie die Ziegel- und -fertigteilindustrie mit 5,9 Prozent, berichtete Pfeiler. Dazu zählten steigende Kosten für die Rohstoffsicherung, aber auch für die CO2-Zertifikate, die die Branche im Emissionshandelssystem (ETS) zukaufen müsse. Zwar habe es Anfangs Zertifikat-Zuteilungen gegeben, doch seien diese nicht ausreichend - die Preise dafür hätten sich im Jahr 2019 aber annähernd verdoppelt, vor allem der Beton- und Ziegelbereich leide darunter.

Hochbau und Wohnbau seien "gut ausgelastet - man könnte sagen: an den Kapazitätsgrenzen". Dank des warmen Wetters arbeite man auch hier wieder - wie schon im Vorjahr - bereits seit dem 7. Jänner, so Pfeiler bei einem Pressegespräch.

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Die dringendsten Themen der Branche seien aktuell die schleppende Sanierungsrate, die regionalen Unterschiede im Infrastrukturbereich und auch die immer größer werdende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft und die Notwendigkeit nachhaltigen Bauens, betonte der seit Herbst neue Fachverbandsobmann Robert Schmid.

Sofern Österreich und Brüssel ihre politischen Ziele umsetzen, stehe der stein- und keramischen Industrie "eigentlich eine recht gute Zukunft bevor". Schmid: "Wir sehen uns als Teil der Lösung bei den Maßnahmen gegen den Klimawandel." Das gelte etwa für die thermische Ertüchtigung des Gebäudebestandes, "bei der viel Arbeit auf uns zukommt". Und wenn man künftig "mit den günstigen Tickets" mehr Personen und Güter auf die Bahn bringen wolle, seien neben Zügen und Bahnkapazitäten auch Schienen und Tunnels nötig. Beton werde als Wärme- und Kältespeicher gerade im Zusammenhang mit Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne eine wachsende Rolle spielen, ist der Obmann überzeugt. (apa/red)

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