Druckmaschinenhersteller

Heidelberger Druck: Kündigungen in Deutschland, Einstellungen in China

Der deutsche Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck setzt auf den chinesischen Markt, der sich viel schneller von der Coronakrise erholt als der Rest der Welt. Gleichzeitig baut die Firma in Deutschland Personal ab.

Nach Beschlüssen zu Personalabbau und Konzentration aufs Kerngeschäft sieht der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck für das Geschäftsjahr 2020/21 (1. April 2019 bis 31. März 2020) positive Tendenzen. Vor allem im größten Einzelmarkt China nehme das Geschäft Fahrt auf, teilte das Unternehmen in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) mit.

Der Aufschwung übertreffe bereits das Vorjahresniveau. Auch weitere Märkte erholten sich, so dass es Grund für verhaltenen Optimismus für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres gebe. Dennoch bleibe eine erhebliche Unsicherheit durch das konjunkturelle Umfeld bestehen.

In China hat Heidelberg bereits 850 Beschäftigte, künftig sollen es über 1.000 werden. Der Maschinenbauer sei als weltweit größter Lieferant für den Verpackungsdruck ideal aufgestellt, um von dem Potenzial der großen Wachstumsmärkte wie China zu profitieren. Mittlerweile mache das Unternehmen bereits rund 50 Prozent seines Offsetmaschinen-Umsatzes in diesem Bereich.

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In Deutschland wird hingegen Personal abgebaut. Im Zuge der Neuausrichtung zu schlankeren Strukturen mit weniger Führungsebenen werden 1.000 Stellen im Wieslocher Stammwerk gestrichen. Dabei sind betriebsbedingte Kündigungen weitgehend vermieden worden. Insgesamt sollen 1.600 Stellen wegfallen - 400 weniger als ursprünglich geplant. Durch die Maßnahmen will das Unternehmen 100 Millionen Euro einsparen. Ende März hatte Heidelberg 11.600 (Vorjahr: 11.850) Mitarbeiter.

Bei einem um 6 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz liegt das Nachsteuerergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr bei minus 343 Millionen Euro. Auch im Geschäftsjahr 2020/21 werde dieser Wert bei coronabedingt nochmals reduziertem Umsatz negativ sein, aber deutlich geringer ausfallen. (dpa/apa/red)