Kleinaktionärsvertreter kritisiert Eigentümer Johan Eliasch

Head Delisting: "Es war von Anfang klar, dass Eliasch für den Streubesitz wenig übrig hat".

Die Wiener Börse streicht Head vom Kurszettel - die Aktie des Sportartikelherstellers verschwindet per 31. März nach gut 15 Jahren Präsenz vom Handelsparkett. "Die Aktionäre hatten in der Vergangenheit immer wieder die Möglichkeit auszusteigen - zu nicht sehr attraktiven Preisen", sagte Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger zur APA. "Das Ganze ist eine für Wien unerfreuliche Börsenstory."

Head Johan Eliasch Wilhelm Rasinger

Vergangenen Freitag - vor Bekanntwerden des Abschieds von der Wiener Börse - notierte das Papier bei 1,35 Euro, also bei fast einem Zehntel des ursprünglichen Wertes. Mit einem Minus von 8,10 Prozent zählte die Aktie vergangene Woche einmal mehr zu den zehn größten Kursverlierern. Vor dem IPO (Initial Public Offering) gehörten Eliasch 96 Prozent der Head-Aktien. Nach dem Börsengang sollte er 45,5 Prozent der Stammaktien halten - und eine Option auf weitere 5 Prozent. "Der Streubesitz stellte das Risikokapital zur Verfügung, erfuhr aber keine adäquate Verzinsung oder Kurssteigerungen", resümiert Rasinger heute. "Die Leute haben sich von der Marke beeindrucken lassen."

Zuletzt waren nur noch 2,95 Prozent der Aktien im Streubesitz. 66,28 Prozent gehören der ECJ Foundation des Firmengründers Johan Eliasch und 30,49 Prozent dem Unternehmen selbst.

Der Head-Chef habe auch "Sympathieträger wie den Ex-Skirennläufer Franz Klammer und den ehemaligen Kanzler Viktor Klima in das Management-Board (vergleichbar mit Aufsichtsrat, Anm.) geholt". Eliasch sei zwar Chef eines Sportartikelkonzerns, aber für ihn sei "Fairness ein Fremdwort", merkte Rasinger an. Anfang 1996 hatte die damals staatliche Austria Tabak (AT) als Alleineigentümerin die verschuldete und defizitäre HTM-Gruppe an den schwedischen Investor verkauft. Head stand damals kurz vor der Pleite. Als "Draufgabe" erhielt der Schwede von der AT noch 1,59 Mrd. Schilling (knapp 120 Mio. Euro). Diese Mittel waren von der EU-Kommission als zulässige Staatsbeihilfe eingestuft worden, unter der Auflage, dass Eliasch seinerseits bis Ende 1999 dem Unternehmen 900 Mill. S (rund 65 Mio. Euro) Eigenkapital zuführt. Der österreichische Rechnungshof stellte Ende 1997 fest, dass die Verkaufsentscheidung der Austria Tabak übereilt gewesen sei. Ein Konkurs wäre damals betriebswirtschaftlich günstiger gewesen, so der Rechnungshof. "Mit Eliasch haben die Aktionäre nur verloren, obwohl sich der Konzern phasenweise gar nicht so schlecht entwickelt hat", so Rasinger. Head sei ja eine gute Marke. Der Rausschmiss aus der Börse sei "nur ein konsequenter Endpunkt einer unerfreulichen Entwicklung". Eliasch habe "sehr viel Ähnlichkeit mit einer Heuschrecke".