Autoindustrie

Hauptversammlung bei Volkswagen: Milliardengewinn, Dieselkise, neuer Chef

Diese Woche absolviert Herbert Diess seine erste Hauptversammlung als Konzernchef von Volkswagen. Die Dieselkrise sei weitgehend ausgestanden, sagen Analysten. Der Konzern eilt von Rekord zu Rekord - aber reicht das den Aktionären?

Volkswagen eilt von Rekord zu Rekord, die Autos werden verkauft wie nie - trotz des Abgasskandals und der drohenden Diesel-Fahrverbote. Die Frage ist: reicht das den Aktionären, die auch den überraschenden Chefwechsel verdauen müssen? Die Hauptversammlung am Donnerstag wird es zeigen.

Milliardengewinne, Rekordabsatz, ein Chefwechsel und die Diesel-Misere: Der weltgrößte Autobauer sorgt für gemischte Gefühle bei seinen Aktionären. Mit starken Zahlen des vergangenen Jahres und einem soliden ersten Quartal im Rücken geht der Konzern trotz des Abgasskandals wieder in die Offensive.

Dazu zählt der Wechsel auf dem Posten des Vorstandschefs: Herbert Diess, Leiter der Volkswagen-Kernmarke VW, übernahm von seinem Vorgänger Matthias Müller die Führung des Konzerns. Zur Person Herbert Diess: "Unsere Diesel sind die besten der Welt" >>

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Fragen zum überraschenden Chefwechsel zu erwarten

Am 3. Mai stellt sich Volkswagen auf der Hauptversammlung in Berlin den Fragen der Aktionäre - und muss trotz der jüngsten Rekordzahlen mit Gegenwind rechnen. All zu große Unruhe drohe voraussichtlich aber nicht, schätzte NordLB-Analyst Frank Schwope. Fragen werde es wohl zum Wechsel von Müller zu Diess geben.

Sein Ziel sei es, beim größten Autohersteller der Welt das Tempo für Innovationen zu erhöhen und neue Akzente zu setzen, hatte Diess angekündigt.

Es geht auch um einen Wandel hin zu einem Mobilitätskonzern. Die Autobranche ist mitten in einem umfassenden Veränderungsprozess hin zu alternativen Antrieben, mehr Vernetzung und autonomem Fahren. Dem bisherigen Konzernchef Müller soll intern Entscheidungsschwäche vorgeworfen worden sein.

Drei große neue Markengruppen

Volkswagen führt im Zuge eines massiven Konzernumbaus neue Markengruppen ein. Die schwere Nutzfahrzeugsparte soll fit gemacht werden für den Kapitalmarkt, die neuen Markengruppen "Volumen" (VW, Skoda, Seat, leichte Nutzfahrzeuge), "Premium" (Audi) und "Super Premium" (Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini).

Details zu der neuen Aufteilung:
Volkswagens neue Gruppen >>
 
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VW will mit Herbert Diess ein neuer Konzern werden >>

Dazu kommen die Einheiten Beschaffung/Komponente sowie Finanzdienstleistungen. Der Umbau soll dazu beitragen, den Konzern weniger zentral geführt aufzustellen.

Auf Diess wartet viel Arbeit

Das ist aber nicht die einzige Herausforderung für den neuen Konzernchef: Gleichzeitig läuft die Aufarbeitung der Abgasaffäre weiter, außerdem muss Volkswagen den grundlegenden Wandel hin zu Elektromobilität und Digitalisierung bewältigen.

Ab 2019 soll in Zwickau die elektrische ID-Modellfamilie vom Band rollen. Insgesamt will VW früheren Angaben zufolge in die Entwicklung von E-Autos, neue Mobilitätsdienste und Digitalisierung von 2018 bis 2022 mehr als 34 Mrd. Euro stecken.

Analysten: Dieselaffäre weitgehend ausgestanden

Analyst Schwope urteilte jedoch jüngst, die Diesel-Affäre sei für VW wohl weitgehend ausgestanden. Das zeigt sich am guten Lauf im Tagesgeschäft - auch im ersten Quartal gab es einen neuen Auslieferungsrekord.

Außerdem schrieb Volkswagen in den ersten drei Monaten unterm Strich wieder Milliardengewinne, allerdings fiel das Ergebnis mit rund 3,3 Mrd. Euro etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum (3,4 Mrd. Euro). (dpa/apa/red)

Hintergrund zu VW: Zwei Österreicher leiten Aufsichtsrat und Vorstand

Beim weltgrößten Autobauer leiten damit zwei Österreicher sowohl den Aufsichtsrat als auch den Vorstand, denn auch Hans Dieter Pötsch stammt aus der Alpenrepublik. Das muss kein Zufall sein. Mehr dazu: Wer regiert VW? Machtübergabe in den zwei Familien hinter VW >>

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