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Harley-Davidson: Das Dilemma einer Ikone mit dem Label "made in USA"

Wie kaum ein Hersteller steht Harley-Davidson für das Label "made in America". Jetzt baut die Firma ein Werk in Thailand. Der nächste Rückschlag für Donald Trump - und "ein Schlag ins Gesicht amerikanischer Arbeiter", heißt es. Doch die Realität ist anders, als die Kommentatoren meinen.

Motorradhersteller Harley-Davidson USA Thailand Donald Trump

Donald Trump ist ein bekennender Fan der Kult-Motorradschmiede Harley-Davidson - doch ausgerechnet die vom US-Präsidenten als Inbegriff von "Made in America" gepriesene Firma will nun eine Fabrik im Ausland errichten. "Wir erweitern unsere Präsenz im asiatisch-pazifischen Markt, indem wir ein Werk in Thailand bauen", bestätigte das Unternehmen jetzt.

Die "New York Times" berichtete indes über heftige Kritik an der Entscheidung. "Es ist ein Schlag ins Gesicht der US-Arbeiter", zitierte das Blatt Robert Martinez Jr., der als Vorsitzender einer Gewerkschaft die Interessen vieler Harley-Angestellter vertritt. "Warum können sie nicht in den USA herstellen und exportieren?", fragte Leo W. Gerard, ein weiterer hochrangiger US-Gewerkschafter.

Das Dilemma einer ganzen Industrie mit der Standortpolitik

Die Entscheidung des Motorradbauers zeigt das Dilemma, in dem Trump steckt, der Industrie-Jobs entsprechend seiner Devise "Amerika zuerst" in die USA zurückholen will.

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Trump hat Harley-Davidson als vermeintliches Opfer ungerechter Handelspraktiken zum Symbol seines Kampfes gegen die angebliche Benachteiligung von US-Unternehmen auf dem Weltmarkt gemacht und wiederholt seine Wertschätzung für die Firma zum Ausdruck gebracht.

"Wir sind stolz auf euch! Made in America, Harley-Davidson", jubelte Trump im Februar bei einem Empfang im Weißen Haus den Harley-Bossen zu.

Eine naheliegende Logik hinter der Strategie - auch pro Standort USA

Doch die Firma, die im Auftaktquartal einen kräftigen Gewinnrückgang verbuchte, muss wirtschaftlich denken. Sie erzielt einen großen Teil der Erlöse im Ausland, wo die Herstellung oft günstiger ist. Mehr dazu: Harley-Davidson leidet unter Billig-Konkurrenz >>

Dennoch gebe es "keine Absicht, die US-Produktion zu reduzieren", versichert Harley-Davidson. Man werde den US-Heimatmarkt und andere globale Märkte weiter von Amerika aus beliefern. (dpa/apa/red)