Logistik

Hafen Triest hält der Coronakrise stand - neue Konzession für Ungarn

Der für Österreichs Wirtschaft besonders bedeutende Hafen Triest hält der Coronaviruskrise in Italien stand. Der Hafen will sich verstärkt auch gegenüber Osteuropa positionieren: Ungarns Regierung hat jetzt eine 60-jährige Konzession für ein Terminal erworben.

Der für Österreichs Wirtschaft besonders bedeutende Hafen Triest hält der Coronaviruskrise in Italien stand. Zwar kam es im ersten Halbjahr beim Treibstoffumschlag zu einem Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019, in anderen Sektoren konnte sich der Hafen jedoch gut behaupten.

"Beim Containerumschlag ist es im ersten Halbjahr zu einem sechsprozentigen Rückgang gekommen, damit haben wir besser als viele andere europäische und internationale Häfen abgeschnitten", berichtete der Präsident der Hafenbehörde von Triest, Zeno D'Agostino, im Gespräch mit der APA. Wegen der Coronavirus-Pandemie kam es im Mai zu einem starken Rückgang im Warentransport mit der Türkei. Inzwischen habe sich die Lage ein wenig aufgelockert. Dank exzellenter Bahnverbindungen, in die der Hafen stark investiert, konnte Triest die Schäden der Coronavirus-Epidemie in Grenzen halten.

Für die nächsten Monate ist D'Agostino zuversichtlich. "Meine Hoffnung ist, dass wir im zweiten Halbjahr so gut wie 2019 abschneiden können. Vieles hängt von der Entwicklung des Ölhandels ab, der derzeit mit starken Problemen konfrontiert ist", meint D'Agostino.

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Laut dem Hafenpräsidenten wird der Transport per Schiene eine zunehmende Bedeutung für Triest einnehmen. Dank der effizienten Logistik des Hafens könne Triest die schwierige Wirtschaftslage überwinden. Ausdrücklich lobte der Hafenchef die Zusammenarbeit mit der ÖBB-Tochter Rail Cargo, die direkte Bahnverbindungen vom Hafen Triest nach Österreich garantiert.

Triest will immer mehr zum Hafen für den mittel- und osteuropäischen Raum aufrücken. So hat die ungarische Regierung dieser Tage über eine staatliche Gesellschaft ein Abkommen unterzeichnet, mit dem sie sich eine 60-jährige Konzession für einen Terminal in Triest sichert. Dabei handelt es sich um ein 32 Hektar großes Areal mit einem 300 Meter langen Zugang zum Meer.

14 Zugpaare verkehren wöchentlich zwischen Triest und Ungarn. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hatte kürzlich betont, dass die Investition in den Hafen von Triest für Ungarns Wirtschaft strategisch sei. Seit 2017 verhandelt die ungarische Regierung mit der Hafenbehörde Triests für den Terminal, für den sie 100 Mio. Euro ausgibt. (apa/red)

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