Pharmaindustrie

Gut für Kundl: Novartis investiert und kauft zu

Der zu Novartis gehörende Arzneimittelhersteller Sandoz kauft dem britischen Pharmariesen GSK eine Sparte für Antibiotika ab. Nun plant Novartis Investitionen an seinem Standort in Kundl in Tirol - der wichtigste Standort des Konzerns für die Produktion von Antibiotika.

Der zu Novartis gehörende Arzneimittelhersteller Sandoz kauft dem britischen Pharmariesen GSK eine Sparte für Antibiotika ab. Die Übernahme betrifft die drei Marken "Zinnat", "Zinacef" und "Fortum". Diese Marken seien in mehr als 100 Märkten weltweit etabliert, hieß es. Die Zustimmung von Wettbewerbshütern steht noch aus. Im Fall einer Erlaubnis soll die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen werden.

Sandoz zahlt für die Übernahme 350 Mio. US-Dollar (289 Mio. Euro). Dazu ist die Übernahme weiterer Positionen vorgesehen, deren Kosten sich nochmals auf bis zu 150 Mio. Dollar belaufen sollen.

Novartis plant Investitionen in Kundl

Längerfristig will Sandoz das Medikament "Zinnat" an Standorten seines eigenen Netzwerks herstellen. Der wichtigste Standort im Konzern für die weltweite Produktion von Antibiotika ist das Werk in Kundl in Tirol.

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Um die Zukunft des Tiroler Standorts und der einzigen Penicillinproduktion in Österreich und Europa hatte es vergangenes Jahr ein politisches Tauziehen gegeben. Damit Novartis nicht die Produktion nach Asien verlagerte, beschloss die öffentliche Hand schlussendlich Mitte 2020 dem Unternehmen mit Förderungen in Höhe von 50 Mio. Euro unter die Arme zu greifen. Das Kundler Sandoz-Werk soll nun in den nächsten Jahren um mehr als 150 Mio. Euro modernisiert werden.

(red/apa)

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