Motorradhersteller

Gruppe Pierer und ihr indischer Partner Bajaj planen Umstrukturierungen

Die Holding hinter dem Motorradbauer KTM und der indische Partner Bajaj planen eine einfachere Beteiligungsstruktur untereinander und wollen sich neu sortieren. Dazu ist in drei Wochen eine Sonder-Hauptversammlung geplant.

Zur Vorbereitung einer einfacheren Beteiligungsstruktur zwischen Pierer-Gruppe und dem indischen Partner Bajaj ist für 26. Februar eine Sonder-Hauptversammlung der Pierer Mobility AG geplant. Der Industrielle Stefan Pierer und Bajaj Auto erörtern das Thema seit einiger Zeit. Künftig könnten sich die Inder direkt an der börsennotierten Pierer Mobility AG statt an der operativen KTM AG beteiligen, die Pierer-Gruppe behielte aber die Kontrollmehrheit, hieß es im November.

Erwogen wird, den von Bajaj gehaltenen Anteil von 48 Prozent an der operativen KTM AG in die Pierer Mobility AG einzubringen, an der die Pierer Industrie AG zu über 60 Prozent beteiligt ist. Pierer Mobility hält 51,7 Prozent an KTM, Bajaj Auto rund 48 Prozent.

"Als Vorbereitung auf eine mögliche Durchführung der Vereinfachung der Beteiligungsstruktur sollen in einem ersten Schritt aufgrund des Dual Listings an der Six Swiss Exchange und Frankfurter Wertpapierbörse die übernahmerechtlichen Bestimmungen aufeinander abgestimmt werden", hieß esabend in einer Mitteilung der Pierer Mobility AG.

White Paper zum Thema

Inder könnten sich an Pierer Mobility statt an KTM beteiligen

Der HV am 26. Februar werde die Neuaufnahme einer Satzungsbestimmung vorgeschlagen, die ein Opting-Out nach Schweizer Übernahmerecht beinhalte. Ein Opting-Out in der Satzung führe dazu, dass immer dann, wenn nach den Bestimmungen des österreichischen Übernahmerechts keine Angebotspflicht besteht, es auch nach dem schweizerischen Übernahmerecht zu keiner Angebotspflicht kommt.

Komme es dagegen zu einem Pflichtangebot nach österreichischem Recht, so seien die Bestimmungen des schweizerischen Übernahmerechts weiterhin zu beachten. Die schweizerische Übernahmekommission habe mit Verfügung von Dienstag dieser Woche die Aufnahme der Opting-Out-Klausel unter bestimmten Bedingungen für gültig erklärt. Durch das Opting-Out werde klargestellt, dass es auch nach Schweizer Recht zu keinem Übernahmetatbestand komme.

Der Hintergrund

Im November war erklärt worden, dass die Pierer Industrie AG als Vorbereitung für die Transaktion in einem ersten Schritt ihre Beteiligung an der Pierer Mobility AG von 60 Prozent des Grundkapitals in eine "PTW Holding AG" durch eine Sacheinlage einbringe, die somit unmittelbare 60-Prozent-Aktionärin der Pierer Mobility AG werde.

Nach Durchführung der Transaktion werde sich die Beteiligung der Pierer Mobility AG an der KTM AG von derzeit rund 51,7 Prozent auf rund 99,7 Prozent erhöhen. Die Bajaj-Beteiligung würde dann über die börsennotierte Pierer Mobility (der früheren KTM Industries) anstelle der KTM AG laufen. (apa/red) 

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