Windkraftindustrie

Grundlegender Wandel im Markt für Windkraft

Windanlagenriese Vestas meldet sinkende Auslieferungen in allen Regionen. Auch Siemens Gamesa kann nicht mehr überall so viel bauen wie zuletzt. Dahinter stehen Änderungen bei der Vergabe der Aufträge - und damit eine grundlegende Umstellung des gesamten Marktes.

Der dänische Windanlagenbauer Vestas hat im zweiten Quartal weniger Turbinen gebaut und ausgeliefert als im Vorjahr.

Gleichzeitig ist die Zahl der Auslieferungen gesunken und die Zahl der Aufträge gestiegen.

Die Rückgänge zogen sich durch alle Regionen, betrafen aber hauptsächlich Europa, den Nahen Osten und Afrika und hier vor allem Deutschland, wie das Unternehmen mitteilt. Umsatz und Ergebnis sind daher deutlich gesunken.

Markt massiv im Wandel

Der Markt für Windkraft befindet sich derzeit im Wandel. Die Windanlagenbauer wie auch die Energieunternehmen sehen sich zunehmenden Herausforderungen ausgesetzt, etwa durch Änderungen bei den Ausschreibungen.

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So setzen Länder beim Bau von Windparks vermehrt auf das wettbewerbsintensivere Auktionsmodell, um Kosten zu sparen. Deutschland, einer der größten Märkte, ist eines davon - den Zuschlag erhält dabei, wer mit den geringsten Subventionen auskommt. Das setzt sowohl Energieunternehmen als auch Hersteller preislich unter Druck.

Rückgänge bei Siemens Gamesa

Indien ist ein weiterer Markt, der sein Modell umstellt. So hatte etwa der Konkurrent Siemens Gamesa wegen wegbrechender Geschäfte in Indien zuletzt herbe Gewinnrückgänge verbucht.

Bei Vestas sank die Zahl der gelieferten Windräder im zweiten Quartal von 1226 auf 1192. Die damit ausgelieferte Leistung in Megawatt fiel noch deutlicher. Der Umsatz ging um 14 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zurück, wie Vestas berichtete. Das operative Ergebnis (Ebit) nahm um fast ein Drittel auf 279 Mio. Euro ab. Hier belasteten zudem Abschreibungen auf Forschungseinrichtungen von 28 Mio. Euro.

Vestas bestätigt seine Prognose für 2017

Nach Steuern verdiente Vestas 186 Mio. Euro, nach 278 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch fiel dieser deutlich stärker aus, als von den Experten erwartet.

Der Auftragseingang stieg hingegen von 1,6 Mrd. auf 2,2 Mrd. Euro. Damit erhöhte sich der Auftragsbestand zum 30. Juni auf 9,1 Mrd. von 8,2 Mrd. Euro. Vestas bestätigte daher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen strebt einen Umsatz von 9,25 Mrd. bis 10,25 Mrd. Euro an, nach 10,2 Milliarden im Vorjahr. Die Ebit-Marge soll 12 bis 14 Prozent erreichen.

(red/dpa-AFX/APA)

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