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Grüne: Mit Gutscheinen regionalen stationären Handel stärken

Internationale Internetriesen bedrohen die Existenz zahlloser regionaler Händler - und die Coronakrise dürfte nun besonders viele von ihnen in die Pleite zwingen. Die deutschen Grünen schlagen daher einen "Kauf-vor-Ort-Gutschein" von 250 Euro für jeden Bürger vor.

Zur Unterstützung des Einzelhandels in der Corona-Krise fordern deutsche Grünen-Politiker einen "Kauf-vor-Ort-Gutschein" für jeden Bürger in Höhe von 250 Euro. Der Gutschein solle nur im stationären Handel, für stationäre Dienstleistungen oder in der Gastronomie eingelöst werden können, geht aus einem vorgestellten Positionspapier von Grünen-Bundestagsabgeordneten hervor.

Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Der Gutschein solle nur in Geschäften eingelöst werden können, die vom Shutdown betroffen waren - also nicht im Lebensmittelhandel und bei Drogerien.

Gutschein gegen internationale Internetriesen

Sobald die gesundheitspolitische Lage es zulasse, sei ein zielgerichtetes Instrument nötig, um die Nachfrage im lokalen Handel anzukurbeln, heißt es in dem Papier. Es stammt von Fraktionschef Anton Hofreiter sowie den Abgeordneten Katharina Dröge, Oliver Krischer, Claudia Müller und Daniela Wagner. Der Gutschein solle ein Jahr gültig sein und nicht im Online-Handel verwendet werden dürfen.

White Paper zum Thema

In der Corona-Krise waren die meisten Läden wochenlang geschlossen, inzwischen dürfen kleine und mittelgroße Geschäfte wie in Österreich aber wieder öffnen. Die Idee eines Gutscheins ist nicht neu, auch Ökonomen hatten sich dafür ausgesprochen, genau so wie etwa die Textil- und Modeindustrie.

Grüne: Gutschein sei "effektiver, zielgerichtet und sozial gerechter"

Der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, sagte dazu, es dürfe keine einseitige Unterstützung nur für ausgesuchte Wirtschaftszweige geben. Wenn etwa für die Autoindustrie nun über Abwrackprämien diskutiert werde, "dann muss logischerweise auch über Konsumgutscheine zur Ankurbelung des Konsums nachgedacht werden". Ob bei direkten Hilfen, Rettungsschirmen oder bei Stundung von Sozialleistungen - es müsse stets das Ganze im Auge behalten werden, sagte er der "Welt".

"Im Gegensatz zu Steuersenkungen, wie einer Abschaffung des Solidaritätsbeitrags, ist der Kauf-vor-Ort-Gutschein effektiver, zielgerichtet und sozial gerechter", heißt es in dem Papier der Grünen.

Stadtkerne stärken

Außer Gutscheinen schlagen die Grünen etwa einen Fonds in Höhe von 500 Millionen Euro vor, um die Infrastruktur von Ortskernen und Stadtzentren zu verbessern. Auch wenn staatliche Hilfen einen Teil der Schäden abfedern könnten, sei die Lage für den Einzelhandel, die Gastronomie, Friseure und andere Dienstleister prekär. "Wenn jetzt nicht politisch gegengesteuert wird, droht eine Verödung von Innenstädten und ein Aussterben von Dorfkernen." (dpa/apa/red)