Autoindustrie

Großer Hochlauf bei VW: 2.600 Zulieferer produzieren wieder

Bei Volkswagen rollen jetzt auch am Stammsitz Wolfsburg die Bänder. 8.000 Menschen kehren in die Produktion zurück, rund 2.600 Zulieferer haben ihre Fertigung für das Stammwerk gestartet. Auch anderswo sind Werke von VW wieder in Betrieb.

Nach fast eineinhalb Monaten Zwangspause in der Coronakrise fährt der VW-Konzern die Autoproduktion auch in der Wolfsburger Zentrale wieder langsam an. Im Zwickau (Sachsen), wo das neue E-Modell ID.3 gefertigt wird, sowie bei den SUV und Kleinwagen in Bratislava (Slowakei) hatte das Unternehmen kürzlich schon mit dem Neustart begonnen.

Geringere Kapazität zu Beginn

Neben Wolfsburg sollen nun Hannover und Emden sowie weitere Standorte in Europa hinzukommen. Im Stammwerk Wolfsburg liege die Fertigungskapazität zu Beginn bei 10 bis 15 Prozent, in der Folgewoche bei rund 40 Prozent, teilte VW mit.

Ein 100-Punkte-Plan sorge für Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Zunächst starte der Wiederanlauf des Golf in einer Schicht - mit reduzierter Kapazität und langsamerer Taktzeit. Rund 8.000 Mitarbeiter kehrten in die Produktion zurück. Zugleich hätten rund 2.600 Lieferanten wieder die Fertigung für das Stammwerk von Volkswagen gestartet. "Die schrittweise Wiederaufnahme der Produktion ist für die Belegschaft, den Handel, die Zulieferer und die Wirtschaft insgesamt ein wichtiges Zeichen", sagte Kernmarken-Geschäftsführer Ralf Brandstätter.

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Aufatmen bei Zulieferern: VW fährt Produktion wieder hoch >>

Während der Unterbrechung - Mitte März ausgelöst durch die eingebrochene Autonachfrage, weltweit gekappte Lieferketten und Ansteckungsrisiken in den Fabriken - hatte VW nur kleine Bereitschaftsteams in den Werken gehalten. Sie bereiteten eine vorsichtige Wiederaufnahme des Betriebs vor. Nun greifen strengere Hygienekonzepte, Abstandsregeln und kürzere Reinigungsintervalle. Zudem sollten Schichtpläne umgebaut werden, um übergangsweise weniger Mitarbeiter zur gleichen Zeit im gleichen Raum zu haben.

Weitere Werke in Deutschland und alle Werke in China schon "am Netz"

Die deutschen Komponentenwerke (Braunschweig, Salzgitter, Kassel) haben ihren Betrieb mit gruppeninternen Zulieferungen ebenfalls schon wieder zum Großteil aufgenommen. In China sind alle Standorte zurück am Netz. Details: Volkswagen: In China fast wieder auf dem Niveau wie vor Corona >>

"Gesundheit geht vor Stückzahl", hatte am vorigen Donnerstag der Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen, Reinhard de Vries, zum Start in Zwickau erklärt. Dort werden vorerst in nur einer Schicht pro Tag 50 Fahrzeuge gefertigt - ein Drittel der bisherigen Menge. Die neuen Produktionsregeln sollen sich erst einmal einspielen. Auch im Motorenwerk Chemnitz fährt VW den Betrieb etappenweise hoch. Die Gläserne Manufaktur in Dresden, wo bereits wieder Autos ausgeliefert werden, folgt ebenfalls.

Die Lkw- und Bus-Tochter MAN in München startet desgleichen. Aktuell zu MAN: MAN will Ende April wieder durchstarten >>

Unbezahlter Zwangsurlaub in den Werken in den USA

Das VW-US-Werk Chattanooga (Tennessee) kehrt ab dem 3. Mai aus der Pause zurück. Im Gegensatz zu Deutschland, wo für Zehntausende Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet worden war, galt für die US-Kollegen zuletzt meist unbezahlter Zwangsurlaub. Anfang Mai sollen Fabriken in Lateinamerika und Südafrika den Betrieb aufnehmen. (dpa/apa/red)

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