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Grenzkontrollen: Österreichs Spediteure warnen vor Störungen

Die heimische Interessensvertretung der Logistiker und Speditionen warnt vor einer Eskalation nationaler Einreisebeschränkungen in ganz Europa und den damit verbundenen schwerwiegenden Störungen. Bereits die jetzigen Maßnahmen wirkten sich unmittelbar auf Lieferketten aus.

Auch die heimische Interessensvertretung der Logistik- und Speditionsbranche warnt vor einer Eskalation nationaler Einreisebeschränkungen in Europa. Schließlich werden derzeit Grenzen - etwa jene Tirols aber auch jene Tschechiens und der Slowakei - wieder scharf kontrolliert. Lkw-Fahrer müssen ihre Einreise sofort registrieren, auch wenn sie eine Region nur durchqueren und einen zertifizierten negativen PCR-Test vorlegen.

"Diese neuen Maßnahmen haben bereits zu unmittelbaren Engpässen an den Grenzen, umfangreichen Umwegen und damit zu schwerwiegenden Störungen der Lieferketten geführt", teilte der Zentralverband Spedition & Logistik (ZV) mit. "Wir verstehen, dass die Mitgliedstaaten auf die Entwicklung der COVID-19-Pandemie reagieren, aber wir müssen aus den Lehren der ersten Welle lernen und sicherstellen, dass die Mitgliedstaaten die in der EU vereinbarten Green Lanes für den Güterverkehr respektieren, anstatt zu einer nationalen Politik der Grenzschließung zurückzukehren", warnt ZV-Präsident Alexander Friesz.

Einschränkungen auch für den Verkehr aus Südtirol und Italien

Österreich habe bereits auf die seit 14. Februar gültigen, restriktiven deutschen Einreisebestimmungen reagiert und den Güterverkehr aus Italien über den Brenner massiv eingeschränkt. "Eine Kettenreaktion und eine Eskalation der nationalen Einreisebeschränkungen werden verheerende Auswirkungen auf die Lieferketten haben", so Friesz. Das Fehlen von Covid-19-Testeinrichtungen an den Grenzen bringe zusätzlich enorme Schwierigkeiten für Lkw-Fahrer und damit für die Lieferketten mit sich.

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Deutscher Verband: "Wir dürfen nicht zur Politik wie im März 2020 zurückkehren"

Der ZV erinnerte daran, dass die EU-Kommission "die Systemrelevanz der Güterverkehrs- und Logistikbranche in der Pandemie explizit hervorgehoben" habe. Demnach solle die Branche "nicht verpflichtet werden, vor der Einreise in andere EU-Länder negative PCR-Tests durchzuführen oder bei der Ankunft unter Quarantäne gestellt zu werden, um die Lieferketten nicht zusammenbrechen zu lassen".

"Wir dürfen jetzt nicht wieder zu einer einzelstaatlichen Politik geschlossener Grenzen wie im März 2020 zurückkehren", hatte zuvor schon der Präsident des deutschen Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV), Axel Plaß, gewarnt. Die Arbeit der Spediteure werde durch das nicht harmonisierte Einreiserecht zahlreicher EU-Staaten erheblich erschwert. (apa/red)

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