Logistik

Green Shipping: Die internationale Schifffahrtsindustrie muss strengere Umweltvorschriften umsetzen

Die neuen Grenzwerte für Schwefelausstoß werden Reedereien von 2019 bis 2023 mehr als 215 Milliarden Euro kosten, schätzt die International Maritime Organization (IMO)

Green Shipping: Internationalen Reedereien rechnen l damit, von 2019 bis 2023 mehr als 215 Mrd. Euro für Investitionen und Betriebskosten iaufwenden zu müssen.

Die  Schifffahrtsindustrie wird sich wegen verschärfter Umweltvorschriften erheblich umstellen müssen. Ab 1. Jänner 2020 dürfen Frachter nach Bestimmungen der International Maritime Organization (IMO) auf hoher See nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent statt bisher 3,5 Prozent verbrennen oder müssen alternativ die Abgase vom Schwefel reinigen.

"Jetzt geht es für die IMO und die Branche darum, den neuen Grenzwert konsequent umzusetzen", sagte IMO-Generalsekretär Kitack Lim am Dienstag bei der Eröffnung der internationalen Fachmesse SMM in Hamburg. In Nord- und Ostsee darf schon seit 2015 nur noch Treibstoff mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt genutzt werden.

Die weltweiten Reeder hätten akzeptiert, dass eine Verschiebung der weiteren Schwefelobergrenze keine Option sei, sagte der Vorsitzende der International Chamber of Shipping (ICS), Esben Poulsson. Allerdings müsse ein regelkonformer Kraftstoff ab Mitte nächsten Jahres gekauft werden können. Noch habe er keine konkreten Informationen aus der Mineralölindustrie, ob sie dann auch liefern könne. Die internationalen Reedereien rechnen laut einer Umfrage damit, von 2019 bis 2023 mehr als 250 Mrd. Dollar (215 Mrd. Euro) für Investitionen und Betriebskosten im Bereich "Green Shipping", einer weniger umweltschädlichen Schifffahrt, aufwenden zu müssen, sagte Poulsson. An der SMM beteiligen sich Reedereien, Werften, Zulieferer und Offshore-Ausrüster. Bis Freitag präsentieren 2.289 Aussteller ihre Produkte und Entwicklungen. 50.000 Besucher werden erwartet.