Forschung

Grazer Virtual Vehicle Symposium: Kooperieren, vernetzen, forschen, simulieren

Das Auto sei ein "letztes Schatzkästchen", sagt Hans Adlkofer, Vizepräsident von Infineon, zum Auftakt des Internationalen Symposiums des Grazer Virtual Vehicle. Die Veranstaltung widmet sich ganz den kommenden Herausforderungen der Branchen Bahn und Automotive.

Kooperieren, vernetzen, forschen, simulieren: Der Auftakt des zweitägigen 13. Internationalen Symposiums des Grazer Virtual Vehicle bildete künftige Herausforderungen ab: Es geht um den Ausbau des Gesamtsystems Simulation bei Bahn und Automotive. Speziell das Kfz ist dabei laut Infineon-Vizepräsident Hans Adlkofer ein "letztes Schatzkästchen", wenn es um Elektronikbauteile geht.

"Wie schaffen wir es, unterschiedliche Komponenten, Mechanik und Elektronik in Fahrzeugen sehr frühzeitig zu integrieren und zu simulieren?", stellte Virtual-Vehicle-Geschäftsführer Jost Bernasch eine der wichtigsten Fragen an den Beginn der Pressekonferenz zum Symposium. Man müsse es so gut machen, dass man kostengünstiger und zuverlässiger als Nordamerika und Asien sei. Man werde sich auf "Software defined Systems" konzentrieren, und auf die Simulation der nächsten Generation. "Eine glaubwürdige Simulation macht es auch möglich, dass der Gesetzgeber auf dieser Grundlage eine Freigabe erteilen kann", sagte Bernasch.

Hans Adlkofer, Vizepräsident der Automotive System Group von Infineon sagte u.a., 43 Prozent des Umsatzes seiner Firma mache der Automotiv-Bereich. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs gehe voran, es sei die Zeit des Umbruchs. "Das Auto war früher im wesentlichen ein mechanisches Gerät. Nun werden Elektronikbauteile das Herzstück eines Fahrzeuges, sie ersetzen Sinne des Fahrers. Die Problematik ist die Komplexität des Autos, wir wollen Plattformen finden zum Testen, neueste Produkte in realem Umfeld testen", sagte Adlkofer. Deshalb brauche man Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. "Wir können nicht mehr die Millionen Kilometer der Vergangenheit zum Testen fahren.

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Das Auto ist noch ein letztes Schatzkästchen, wo noch nicht alle reinschauen können", sagte Adlkofer. Die Kooperation mit Virtual Vehicle sei sehr gut, deshalb habe man auch "die LIDAR-Forschung hierher gebracht, einfach weil das Umfeld gut ist".

Univ.-Prof. Hermann Steffan von Virtual Vehicle prognostizierte, dass E-Fahrzeuge komplett neue Plattformen bilden würden, das sei stark an der deutschen Autoindustrie sichtbar. Es gehe künftig um die Vernetzung aller Funktionen, sagte Steffan unter anderem.

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) pries Virtual Vehicle als "eines der größten COMET-Zentren Österreichs". In der Steiermark gebe es ein günstiges Netzwerk-Umfeld, betonte die Landesrätin u.a., man könne hier von virtuellen Tests über solche in geschlossenen Räumen bis zu Tests auf realen Straßen alles anbieten.

Der Rektor der TU Graz, Harald Kainz, sah beim Virtual Vehicle (VV) eine "sehr starke Einbindung in die deutsche, in die europäische Industrie, auch in jene anderer Kontinente. Über 50 Millionen Euro Förderung sind in den fast 20 Jahren des Bestehens schon direkt von der EU geflossen. VV habe sich als Knotenpunkt platziert und werde auch so wahrgenommen. (apa/red)

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