Erneuerbare Energie

Global 2000: AKW Krško kann durch Erneuerbare ersetzt werden

Zur Sicherstellung der künftigen Stromversorgung in Slowenien und Kroatien ist der Ausbau des Atomkraftwerks Krško laut einer von der Umweltorganisation Global 2000 in Auftrag gegebenen Studie der TU Wien nicht notwendig.

Das Atomkraftwerk könne "problemlos" durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden. Besonderes Potenzial liege in Sonnenkraft (Photovoltaik) und Windenergie, erklärte Gustav Resch von der TU Wien .

Während das Potenzial von Wasserkraft beinahe ausgeschöpft sei und laut Studie gar nicht weiter ausgebaut werden muss, könnten sowohl in Kroatien als auch in Slowenien Sonnen- und Windkraft die Hauptlast des Wegfalls von Kohlestrom und Atomkraft tragen. Diese erneuerbaren Energien seien zudem auch viel kostengünstiger als Atomkraft, betonte Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von Global 2000.

Anders als in den aktuellen Nationalen Klima- und Energieplänen Sloweniens und Kroatiens kann bis 2030 laut Modellierung der TU Wien der Stromanteil aus Erneuerbaren bereits bei 84 statt 64 Prozent liegen (Kroatien) bzw. bei 53 statt 43 Prozent in Slowenien. Kroatien könne sich bis 2050 mehr als vollständig - zu 106 Prozent - und Slowenien im gleichen Jahr zu 81 Prozent mit erneuerbarem Strom versorgen, wie die Studie der TU Wien Energy Economics Group im Auftrag von Global 2000, gemeinsam mit den slowenischen bzw. kroatischen Partnerorganisationen Focus und Zelena akcjia, zeigt.

White Paper zum Thema

Umweltfreundlichere Alternativen

"Neben der Laufzeitverlängerung des AKW Krško arbeitet die slowenische Regierung an einer Strategie für den Kohleausstieg bis 2033. In der komplexen Debatte über die zukünftige Stromversorgung wollen alle slowenischen Akteure einen weiteren Atom-Block in Krško als einzige Option erzwingen, ohne Alternativen zu berücksichtigen", kritisierte Tomislav Tkalec, Energieexperte von Focus. Die Studie zeige aber, dass es durchaus Alternativen gäbe, die zudem umweltfreundlicher und billiger wären.

Der Bericht soll nun der Bundesregierung übergeben werden, von der man sich erwarte, im Zuge der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung "auch diese Alternativen ins Spiel zu bringen und einzufordern", appellierte Uhrig.

Krško gehört zu gleichen Teilen Slowenien und Kroatien, die auch Anspruch auf jeweils die Hälfte des dort produzierten Stroms haben. Das AKW liegt rund 100 Kilometer von Österreich entfernt. Umweltschützer warnen seit langem vor einer Laufzeitverlängerung des 40 Jahre alten AKW. Global 2000 etwa fürchtet, dass die Anlage technisch nicht neu überprüft und neue geologische Erkenntnisse nicht berücksichtigt werden. (apa/red)