Gewerkschaften: Arbeitsbedingungen im Internethandel schwer erträglich

In diesen Tagen klicken unzählige Menschen auf den "Bestellen"-Knopf im Internet - und denken kaum daran, dass sie damit das System aus Dumpinglöhnen der Versandhändler und Lieferdienste bestärken, während der stationäre Handel immer stärker ins Minus gedrückt wird.

ÖGB-Chef Wolfgang Katzian kritisiert die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller. Subunternehmen und Scheinselbstständigkeit seien der Normalfall in der Branche. Bestimmungen des Arbeitsrechts, wie bei der Post, fänden hier keine Geltung. Die Bezahlung erfolge pro ausgeliefertem Paket, der Druck auf die Zulieferer sei enorm.

Katzian verlangt stärkere Kontrollen der Scheinselbstständigkeit und schärfere Regeln auf europäischer Ebene. Onlinehändler wie Amazon stehen schon länger in der Kritik von Arbeitnehmervertretern.

Die deutsche Gewerkschaft Verdi bemängelt beispielsweise die schlechte Bezahlung in den Logistikzentren Deutschlands. In Österreich arbeitet Amazon beim Vertrieb mit neun lokalen Paketdiensten zusammen, darunter Intersprint, LTS, Veloce und Albatros. In der Regel sind es dann freie Dienstnehmer und Ein-Personen-Unternehmen, die für die Subunternehmen arbeiten. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge